Ruf den Namen der Nacht! – Magie, Einsamkeit und leise Hoffnung
-
Stefan -
15. Januar 2026 um 05:29 -
5 Mal gelesen -
0 Kommentare - Neu
„Ruf den Namen der Nacht!“ (夜の名前を呼んで) von Tama Mitsuboshi erscheint bei TOKYOPOP und bringt euch eine leise, aber emotional starke Fantasy-Geschichte, die sich irgendwo zwischen Märchen, innerem Drama und zarter Hoffnung bewegt. Es handelt sich um eine Serie, die euch nicht mit Action überrollt, sondern euch langsam in ihre Welt hineinzieht. In dieser Review schauen wir uns an, was diesen Manga besonders macht, warum er sich von vielen anderen Fantasy-Titeln abhebt und wieso er gerade für Leserinnen und Leser spannend ist, die Geschichten mit Gefühl, Symbolik und einem Hauch Melancholie lieben. Auf animeszene.de erwarten euch wie immer ausführliche, individuelle Einblicke und Meinungen – und wenn ihr Lust auf mehr habt, findet ihr dort auch exklusive Itasha-Designs mit professioneller Folierung sowie maßgeschneiderte Auftragsarbeiten, die eure Vorstellungen auf die Straße bringen.
Die Geschichte von „Ruf den Namen der Nacht!“
Im Mittelpunkt von „Ruf den Namen der Nacht!“ steht die junge Mira Howley, ein Mädchen mit einer seltenen und zugleich belastenden Besonderheit: Immer dann, wenn sie sich einsam oder ängstlich fühlt, breitet sich um sie herum die Nacht aus. Diese Dunkelheit ist nicht nur ein inneres Gefühl, sondern wird in ihrer Welt real – die Nacht folgt ihr wie ein Schatten, ausgelöst durch ihre Emotionen. Dadurch wird ein normales Leben für sie fast unmöglich, denn jede Unsicherheit, jeder Moment der Verlassenheit kann alles um sie herum in Dunkelheit tauchen.
Meister Rei Riegel, ein ruhiger, besonnener Heiler aus dem Sternenland, nimmt sich Mira an. Er glaubt, ein Heilmittel für ihre „Nachtkrankheit“ finden zu können, doch dafür muss Mira ihr bisheriges Leben hinter sich lassen und zu ihm nach Alnyre ziehen. Dort beginnt für sie ein neuer Alltag, der zunächst ungewohnt und anstrengend ist. Rei erkennt schnell, dass Mira vor allem eines braucht: Sicherheit und Nähe. Er möchte, dass sie früh mit ihm aufsteht, gemeinsam frühstückt und den Tag nicht allein beginnt. Denn genau diese Einsamkeit ist der Auslöser ihrer Krankheit – und die will er ihr Schritt für Schritt nehmen.
Als ein Sternenschauer angekündigt wird, nimmt Rei Mira mit hinaus ins Sternenland, um fallende Sterne zu sammeln. Für ihn ist das Routine, für sie ein magischer Moment. Gemeinsam füllen sie Eimer mit funkelnden Sternen, aus denen Rei die berühmte Sternenmarmelade kochen will, für die das Sternenland bekannt ist. Doch nicht alle Sterne sind gleich: Neben den normalen Sternen gibt es sogenannte Wandelsterne, die die Herzen der Menschen in sich tragen. Sie sind schwerer und müssen aussortiert werden, denn für die Marmelade dürfen nur die normalen Sterne verwendet werden.
Mira ist neugierig und schlägt vor, auch aus den Wandelsternen Marmelade zu kochen. Rei zögert, denn er weiß nicht, was passieren würde – niemand hat es je ausprobiert. Er verschiebt das Experiment auf später, doch ein Wandelstern rutscht unbemerkt in die Mischung. Als Mira von der Marmelade probiert, wird sie sofort benommen und wirkt wie betrunken. Rei bringt sie ins Bett und entscheidet, dass sie aus Wandelsternen besser keine Marmelade mehr kochen sollten.
Kurz darauf taucht Cartos auf, ein ehemaliger Studienkollege von Rei. Während Rei Mira heilen möchte, sieht Cartos in ihr vor allem ein Forschungsobjekt. Er interessiert sich für ihre Krankheit, aber nicht aus Mitgefühl, sondern aus wissenschaftlicher Neugier. Um ihre Nachtkrankheit zu verstehen, will er sie bewusst in Situationen bringen, in denen sie sich einsam und ängstlich fühlt. Damit riskiert er, dass all das, was Mira mit Rei mühsam aufgebaut hat, wieder ins Wanken gerät.
Der Manga erzählt von einem Mädchen, das lernen muss, mit einer seltenen Krankheit zu leben, die untrennbar mit ihren Gefühlen verbunden ist. Freude, Nähe und Geborgenheit halten die Dunkelheit zurück, doch eine echte Heilung scheint zunächst nicht in Sicht. Gerade als Mira beginnt, Vertrauen zu fassen und sich in ihrem neuen Leben sicherer zu fühlen, bringt Cartos’ Auftauchen ihre fragile Stabilität ins Wanken und weckt alte Ängste.
Was die Geschichte ausmacht und warum ihr sie lesen solltet
„Ruf den Namen der Nacht!“ ist kein lauter Manga. Er schreit euch nicht mit Action, Kämpfen oder dramatischen Wendungen an, sondern arbeitet mit leisen Tönen, emotionalen Nuancen und einer sehr persönlichen Perspektive. Wenn ihr Reviews und Rezensionen zu Fantasy-Manga sucht, die mehr sind als nur klassische Abenteuer, dann ist dieser Titel definitiv einen Blick wert.
Mira ist eine Figur, die man schnell ins Herz schließt. Sie ist verletzlich, unsicher und gleichzeitig neugierig auf die Welt. Ihre Krankheit ist nicht nur ein Fantasy-Element, sondern ein starkes Symbol für emotionale Verletzlichkeit, Einsamkeit und die Angst, anderen zur Last zu fallen. Rei bildet dazu den ruhigen Gegenpol: Er ist geduldig, fürsorglich und versucht, Mira nicht nur medizinisch, sondern auch emotional zu stabilisieren. Die Beziehung zwischen den beiden ist warm, behutsam und frei von übertriebenem Drama.
Cartos bringt eine ganz andere Energie in die Geschichte. Er steht für eine kalte, distanzierte Sicht auf Miras Zustand. Während Rei sie als Mensch sieht, betrachtet Cartos sie eher als Fall, als Rätsel, das es zu lösen gilt. Dadurch entsteht ein spannender Konflikt: Was ist wichtiger – wissenschaftliche Erkenntnis oder das Wohl eines einzelnen Menschen? Diese Frage schwingt im Hintergrund mit und macht die Story auch auf einer moralischen Ebene interessant.
Der Zeichenstil von Tama Mitsuboshi passt perfekt zur Stimmung des Mangas.
Was „Ruf den Namen der Nacht!“ besonders macht, ist die Art, wie er mit Themen wie Einsamkeit, Angst und Hoffnung umgeht. Die Krankheit ist nicht einfach ein Plot-Element, sondern eng mit Miras innerem Zustand verknüpft. Sie muss lernen, sich selbst zu vertrauen, Nähe zuzulassen und zu akzeptieren, dass sie nicht allein ist. Das macht die Geschichte gerade für Leserinnen und Leser spannend, die sich für emotionale, symbolische Erzählungen interessieren.
Fazit
„Ruf den Namen der Nacht!“ ist ein stiller, aber eindrucksvoller Manga, der euch mit seiner Mischung aus Magie, Melancholie und Hoffnung berühren kann. Wenn ihr Fantasy-Geschichten mögt, die sich Zeit nehmen, ihre Figuren zu entwickeln, und wenn ihr Rezensionen schätzt, die nicht nur die Handlung, sondern auch die Stimmung eines Werks einfangen, dann solltet ihr diesem Titel eine Chance geben. Erzählt uns gerne in den Kommentaren, wie euch die Atmosphäre, die Figuren und die Symbolik gefallen haben. Fühlt ihr euch von solchen leisen, emotionalen Geschichten angesprochen – oder bevorzugt ihr eher laute, actionreiche Titel? Wir sind gespannt auf eure Meinung.
Leseprobe zu „Ruf den Namen der Nacht!“. Quelle: TOKYOPOP
Wir möchten uns beim Verlag / Publisher für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars sowie das Bildmaterialien bedanken.

Kommentare
Neu erstellte Kommentare unterliegen der Moderation und werden erst sichtbar, wenn sie durch einen Moderator geprüft und freigeschaltet wurden.
Neu erstellte Kommentare unterliegen der Moderation und werden erst sichtbar, wenn sie durch einen Moderator geprüft und freigeschaltet wurden.