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Lovecrafts Albträume als Manga

  • Stefan
  • 19. Februar 2026 um 05:20
  • 9 Mal gelesen
  • 0 Kommentare
  • Neu

Mit „H.P. Lovecraft Manga: Das Unsagbare“ (名状しがたいもの ラヴクラフト傑作集) bringt Carlsen eine Sammlung heraus, die Fans düsterer Literatur sofort elektrisiert. Der talentierte Zeichner Gou Tanabe interpretiert acht klassische Horrorgeschichten von H. P. Lovecraft neu und überträgt sie in ein visuell intensives Manga‑Format. Es handelt sich um einen Einzelband, der jedoch wie ein kleines Tor in Lovecrafts gewaltiges Universum wirkt.

Tanabe ist längst bekannt dafür, Lovecrafts kosmischen Horror mit einer Mischung aus feiner Linienarbeit, atmosphärischer Dichte und bedrückender Stille einzufangen. Und gerade weil Lovecraft zu Lebzeiten kaum Anerkennung erhielt, fühlt sich diese moderne Umsetzung wie eine späte, aber umso verdientere Würdigung an. Man spürt beim Lesen fast, wie sehr er sich über diese visuelle Hommage gefreut hätte.

Die Geschichte von „H.P. Lovecraft Manga: Das Unsagbare“
Dieser Band versammelt acht Kurzgeschichten, die alle in oder um Arkham spielen – jener Stadt, die Lovecraft‑Fans als Zentrum des Unheimlichen kennen. Tanabe bleibt den literarischen Vorlagen treu, ohne sie sklavisch zu kopieren. Stattdessen schafft er eine stimmungsvolle Manga‑Neuinterpretation, die sowohl Kenner als auch Neulinge abholt.

Die erste Geschichte, „An einen Träumer“, führt uns zu einem Mann, der sich vom Stern Polaris beobachtet fühlt. Für ihn ist Polaris kein Himmelskörper, sondern das Auge eines Dämonen. Sobald er einschläft, wird er in eine fremde Welt gezogen – eine Welt, deren Sprache er versteht, obwohl sie nicht die seine ist. Die Bewohner bereiten sich auf einen Krieg gegen dämonische Kräfte vor. Da er selbst nicht kämpfen kann, soll er Wache halten. Doch Polaris flüstert ihm zu, er solle schlafen … und damit beginnt ein Kreislauf aus Realität, Traum und Wahnsinn.

In „Der schreckliche alte Mann“ folgen wir drei Kleinkriminellen – Joe, Angelo und Manuel –, die sich mit Diebstählen über Wasser halten. Als sie in Arkham einen alten Mann sehen, der mit einer spanischen Goldmünze bezahlt, wittern sie leichte Beute. Doch der alte Kapitän ist nicht so wehrlos, wie er wirkt. Sein Haus ist von seltsamen Steinen umgeben, die angeblich zurückstarren. Die Jungen ignorieren die Warnungen der Einheimischen und brechen ein. Was sie dort erwartet, ist typisch Lovecraft: kein Blutbad, sondern ein psychologischer Schlag, der sich langsam, aber unausweichlich entfaltet.

Die dritte Geschichte, „Das seltsame Haus hoch oben im Nebel“, begleitet Thomas Olney, der mit seiner Familie Urlaub macht. Ein Haus, das auf einer Klippe thront, zieht ihn magisch an. Niemand sieht je Bewohner, doch nachts brennt Licht. Olney klettert hinauf, überwindet Schluchten und Felsen, nur um festzustellen, dass die einzige Tür des Hauses direkt in den Abgrund führt. Als er ein Fenster erreicht, wird er hereingebeten. Ein philosophisches Gespräch beginnt – bis es plötzlich an der Tür klopft, hinter der eigentlich nichts sein dürfte.

Alle Geschichten folgen diesem Muster: scheinbar normale Menschen, scheinbar normale Orte – und doch lauert hinter jeder Ecke etwas Unsagbares. Tanabe zeigt Lovecrafts Horror nicht als Splatter, sondern als psychologische Spirale. Die Figuren verlieren selten ihr Leben, aber fast immer ihren Verstand.

Was die Geschichte ausmacht und warum ihr sie lesen solltet

Dieser Manga ist kein schneller Schocker, sondern ein atmosphärisches Erlebnis. Tanabe versteht Lovecrafts Kern: das Gefühl, dass die Welt größer, älter und unbegreiflicher ist, als wir es ertragen können. Seine Zeichnungen sind klar, aber nicht überladen. Er setzt Schatten gezielt ein, lässt Räume atmen und schafft damit eine Stimmung, die euch sofort in Arkham hineinzieht.

Besonders stark ist die Art, wie Tanabe Lovecrafts philosophische Themen transportiert: die Angst vor dem Unbekannten, die Zerbrechlichkeit des menschlichen Geistes, die Frage nach Realität und Traum. Die Geschichten wirken wie Fragmente eines Albtraums, der sich nicht vollständig erklären lässt – und genau das macht sie so faszinierend.

Für Fans von Lovecraft ist dieser Band ein Geschenk. Für Manga‑Leser, die Mystery, Drama oder historischen Horror mögen, ist er ein perfekter Einstieg in Lovecrafts Welt. Und für alle, die visuell eindrucksvoll erzählte Kurzgeschichten lieben, ist er ein Pflichtkauf.

Fazit

„H.P. Lovecraft Manga: Das Unsagbare“ ist eine atmosphärische, respektvolle und zugleich moderne Neuinterpretation ikonischer Horrorgeschichten. Tanabe schafft es, Lovecrafts kosmischen Schrecken in Bilder zu übersetzen, die lange nachwirken. Wenn ihr Mystery, Horror oder ungewöhnliche Erzählstrukturen mögt, solltet ihr euch diesen Band unbedingt anschauen.

Was denkt ihr über Manga‑Adaptionen klassischer Literatur? Habt ihr schon Erfahrungen mit Tanabes Werken gemacht? Lasst uns darüber diskutieren.

Ein schwarzweißes Bild zeigt einen Mann in alter Kleidung, der auf einem Sessel sitzt.
„H.P. Lovecraft Manga: Das Unsagbare“ bringt acht klassische Horrorgeschichten in ein neues, visuell intensives Gewand.

Mit „H.P. Lovecraft Manga: Das Unsagbare“ (名状しがたいもの ラヴクラフト傑作集) bringt CARLSEN eine Sammlung heraus, die Fans düsterer Literatur sofort elektrisiert. Der talentierte Zeichner Gou Tanabe interpretiert acht klassische Horrorgeschichten von H. P. Lovecraft neu und überträgt sie in ein visuell intensives Manga‑Format. Es handelt sich um einen Einzelband, der jedoch wie ein kleines Tor in Lovecrafts gewaltiges Universum wirkt.

Tanabe ist längst bekannt dafür, Lovecrafts kosmischen Horror mit einer Mischung aus feiner Linienarbeit, atmosphärischer Dichte und bedrückender Stille einzufangen. Und gerade weil Lovecraft zu Lebzeiten kaum Anerkennung erhielt, fühlt sich diese moderne Umsetzung wie eine späte, aber umso verdientere Würdigung an. Man spürt beim Lesen fast, wie sehr er sich über diese visuelle Hommage gefreut hätte.

Die Geschichte von „H.P. Lovecraft Manga: Das Unsagbare“
Dieser Band versammelt acht Kurzgeschichten, die alle in oder um Arkham spielen – jener Stadt, die Lovecraft‑Fans als Zentrum des Unheimlichen kennen. Tanabe bleibt den literarischen Vorlagen treu, ohne sie sklavisch zu kopieren. Stattdessen schafft er eine stimmungsvolle Manga‑Neuinterpretation, die sowohl Kenner als auch Neulinge abholt.

Die erste Geschichte, „An einen Träumer“, führt uns zu einem Mann, der sich vom Stern Polaris beobachtet fühlt. Für ihn ist Polaris kein Himmelskörper, sondern das Auge eines Dämonen. Sobald er einschläft, wird er in eine fremde Welt gezogen – eine Welt, deren Sprache er versteht, obwohl sie nicht die seine ist. Die Bewohner bereiten sich auf einen Krieg gegen dämonische Kräfte vor. Da er selbst nicht kämpfen kann, soll er Wache halten. Doch Polaris flüstert ihm zu, er solle schlafen … und damit beginnt ein Kreislauf aus Realität, Traum und Wahnsinn.

In „Der schreckliche alte Mann“ folgen wir drei Kleinkriminellen – Joe, Angelo und Manuel –, die sich mit Diebstählen über Wasser halten. Als sie in Arkham einen alten Mann sehen, der mit einer spanischen Goldmünze bezahlt, wittern sie leichte Beute. Doch der alte Kapitän ist nicht so wehrlos, wie er wirkt. Sein Haus ist von seltsamen Steinen umgeben, die angeblich zurückstarren. Die Jungen ignorieren die Warnungen der Einheimischen und brechen ein. Was sie dort erwartet, ist typisch Lovecraft: kein Blutbad, sondern ein psychologischer Schlag, der sich langsam, aber unausweichlich entfaltet.

Die dritte Geschichte, „Das seltsame Haus hoch oben im Nebel“, begleitet Thomas Olney, der mit seiner Familie Urlaub macht. Ein Haus, das auf einer Klippe thront, zieht ihn magisch an. Niemand sieht je Bewohner, doch nachts brennt Licht. Olney klettert hinauf, überwindet Schluchten und Felsen, nur um festzustellen, dass die einzige Tür des Hauses direkt in den Abgrund führt. Als er ein Fenster erreicht, wird er hereingebeten. Ein philosophisches Gespräch beginnt – bis es plötzlich an der Tür klopft, hinter der eigentlich nichts sein dürfte.

Alle Geschichten folgen diesem Muster: scheinbar normale Menschen, scheinbar normale Orte – und doch lauert hinter jeder Ecke etwas Unsagbares. Tanabe zeigt Lovecrafts Horror nicht als Splatter, sondern als psychologische Spirale. Die Figuren verlieren selten ihr Leben, aber fast immer ihren Verstand.

Was die Geschichte ausmacht und warum ihr sie lesen solltet

Dieser Manga ist kein schneller Schocker, sondern ein atmosphärisches Erlebnis. Tanabe versteht Lovecrafts Kern: das Gefühl, dass die Welt größer, älter und unbegreiflicher ist, als wir es ertragen können. Seine Zeichnungen sind klar, aber nicht überladen. Er setzt Schatten gezielt ein, lässt Räume atmen und schafft damit eine Stimmung, die euch sofort in Arkham hineinzieht.

Besonders stark ist die Art, wie Tanabe Lovecrafts philosophische Themen transportiert: die Angst vor dem Unbekannten, die Zerbrechlichkeit des menschlichen Geistes, die Frage nach Realität und Traum. Die Geschichten wirken wie Fragmente eines Albtraums, der sich nicht vollständig erklären lässt – und genau das macht sie so faszinierend.

Für Fans von Lovecraft ist dieser Band ein Geschenk. Für Manga‑Leser, die Mystery, Drama oder historischen Horror mögen, ist er ein perfekter Einstieg in Lovecrafts Welt. Und für alle, die visuell eindrucksvoll erzählte Kurzgeschichten lieben, ist er ein Pflichtkauf.

Fazit

„H.P. Lovecraft Manga: Das Unsagbare“ ist eine atmosphärische, respektvolle und zugleich moderne Neuinterpretation ikonischer Horrorgeschichten. Tanabe schafft es, Lovecrafts kosmischen Schrecken in Bilder zu übersetzen, die lange nachwirken. Wenn ihr Mystery, Horror oder ungewöhnliche Erzählstrukturen mögt, solltet ihr euch diesen Band unbedingt anschauen.

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Leseprobe zu „H.P. Lovecraft Manga: Das Unsagbare“. Quelle: CARLSEN

Produktdetails

Inhalt laut Verlag

Friedhofsgeflüster: Der Schrecken ohne Namen

Auf einem verlassenen Friedhof in Arkham streiten der Schriftsteller Carter und der Lehrer Manton über die Grenzen des Vorstellbaren. Kann etwas existieren, das sich jeder Beschreibung entzieht? Während die Nacht über den verwitterten Grabsteinen hereinbricht, flüstern die Schatten von einem gehörnten Wesen mit gespaltenen Hufen. Was als philosophische Debatte begann, wird zum Überlebenskampf. Aus der Dunkelheit erwacht das Unsagbare – und beweist, dass manche Schrecken besser unbenannt bleiben.

Das Lovecraftsche Grauen meisterhaft inszeniert: Gou Tanabe

Die Erzählungen von H.P. Lovecraft gehören unangefochten zu den Meisterwerken der Horrorliteratur, die ihre Leser*innen gleichermaßen begeistern und erschauern lässt. Der renommierte Illustrator Gou Tanabe hat es geschafft, diese Klassiker in die Welt der Manga zu überführen. Seine Adaptionen bestechen durch atmosphärische Schwarzweiß-Illustrationen, die Lovecrafts düstere Welten eindrucksvoll einfangen. Tanabes einzigartiger Zeichenstil verleiht den oft bedrückenden Geschichten eine frische Dynamik und Tiefe. Für seine herausragenden Beiträge zu Lovecrafts Oeuvre erhielt Tanabe zahlreiche Auszeichnungen.

Eine verstörende Reise an die Grenzen des Verstands – düster, geheimnisvoll und beklemmend intensiv.

Copyright © 2026 by CARLSEN

TitelH.P. Lovecraft Manga: Das Unsagbare
Original名状しがたいもの ラヴクラフト傑作集
Verlag & CopyrightCARLSEN
ProduktManga
GenresHorror
Autor(en)Gou Tanabe
Illustrator(en)Gou Tanabe
Altersempfehlungab 14 Jahren
Sprache / LanguageDeutsch
Seitenanzahl276
SerieEinzelband
EinbandSoftcover
ISBN978-3-551-80761-8

Wir möchten uns beim Verlag / Publisher für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars sowie das Bildmaterialien bedanken.

  • Drama
  • Manga
  • Horror
  • CARLSEN
  • Seinen
  • Mystery
  • Historie
  • Gou Tanabe
  • Lovecraft
  • Ein junger Mann mit Brille schaut verwundert, während ein lächelndes Mädchen neben ihm steht. Vorheriger Artikel Verborgene Gefühle zwischen Nähe und Macht

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