Violet Evergarden und das Band der Freundschaft » Review
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Frank -
30. Juli 2020 um 05:03 -
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AnimeSzene.jp – Wir bauen für euch um
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Während der Umbauphase kann es zu sichtbaren Änderungen und Anpassungen kommen. Wir danken euch für eure Geduld und freuen uns darauf, euch schon bald die neue Version präsentieren zu dürfen.
„Violet Evergarden“ zählt für mich zu den besten und emotionalsten Anime-Serien, die ich je gesehen habe. Nachdem ich diese bereits rezensiert habe, folgt nun die Filmfortsetzung „Violet Evergarden und das Band der Freundschaft“. Ebenso wie sein Vorgänger ist der Film bereits bei „Netflix“ verfügbar und feiert am 07.08.2020 seinen Disc Release über „Leonine“.
Worum es in „Violet Evergarden und das Band der Freundschaft“ geht:
Ursprünglich war Violet eine junge Elitekämpferin für das Königreich Leidenschaftlich. Scheinbar mehr Waffe als Mensch, ohne die Fähigkeit, Emotionen zu empfinden und auszudrücken. Doch nach dem Krieg bekam sie die Möglichkeit, ein neues Leben als Akora (Autonome Korrespondenz-Assistentin) anzufangen. Die Aufgabe, anderen Menschen dabei zu helfen, Briefe zu schreiben und ihre Gefühle zu Papier zu bringen, half ihr sehr bei der eigenen Selbstfindung und Persönlichkeitsentwicklung weiter.
Eines Tages wird sie zu einem ungewöhnlichen Auftrag in ein piekfeines Mädcheninternat geschickt. Sie soll über einen Zeitraum von drei Monaten dort verweilen und die wenige Jahre ältere Isabella York zu einer echten Dame ausbilden, damit sie mit einem anderen Adligen verheiratet werden kann. Von diesem Umstand, wie auch der Anwesenheit der etwas seltsamen und in allen Dingen nahezu perfekten Akora, ist Isabella anfangs überhaupt nicht begeistert und tritt ihr gegenüber mit konsequenter Ablehnung auf.
Als die Erbin des Hauses York dann aber eines nachts massiv unter ihrer chronischen Hustenerkrankung leidet, kümmert sich Violet rührend um sie und bleibt sogar bis zum Morgen an ihrer Seite. Ein Schlüsselerlebnis, welches Vertrauen zwischen den beiden Frauen herstellt und sich langsam zu einer Freundschaft entwickelt.
Doch Isabellas Blick nach vorn wird getrübt von den Schatten der Vergangenheit, denn sie war längst nicht immer Teil der vornehmen Gesellschaft. Früher hörte sie als Straßenmädchen auf den Namen Amy Bartlett und sorgte für ihre kleine Schwester Taylor, die ihr auf schmerzliche Weise genommen wurde...
Einschätzung:
Die ersten Bilder wunderschöner Natur und Architektur flackern über den Fernseher, wenig später setzt ein Stück des vertrauten Soundtracks ein und schon bin ich wieder völlig gefangen in dieser unglaublich faszinierenden Welt. Man spürt sofort das Gefühl, auch hier wieder etwas ganz Besonderes vor sich zu haben. Mit „Violet Evergarden und das Band der Freundschaft“ wird ein weiterer zu Herzen gehender Auftrag unserer Akora erzählt, dieses Mal sogar in Spielfilmlänge.
In Person von Isabella/Amy lernen wir einen neuen, interessanten und vielschichtigen Charakter kennen, dessen wahres Seelenleben uns ebenso wie Violet lange im Verborgenen bleibt... Bis es einem schließlich offenbart wird und der teuer gekaufte Jahresvorrat an Tempotaschentüchern dran glauben muss.
Ich weine wirklich nicht bei jedem Anime, aber der hier schafft dies, wie auch schon die Serie, immer wieder auf‘s Neue. Die starke emotionale Bindung, welche zu den einzelnen Figuren und ihren Schicksalen entsteht, ist hier erneut ein ganz wichtiger, positiver Faktor.
Gut und glaubhaft dargestellt, besonders anhand der schon erwähnten Krankenpflege-Szene, ist die weitere Metamorphose der Protagonistin zu einer jungen Frau, die immer besser die Wirrungen des menschlichen Verhaltens entschlüsseln und einfühlsam darauf reagieren kann. Zwar immer noch nicht komplett frei von Missverständnissen und Stolpersteinen, aber das macht ja auch ein Stück weit ihre Sympathie aus. ![]()
Angenehm überraschend ist zudem die erstmals größere Rolle des Postboten Benedict Blue, der zwar auch zuvor nie ein unwichtiger Nebencharakter war, aber nun deutlich mehr Screentime bekommt und entscheidend zur Story beträgt. Seiner coolen und auflockernden Art tut das glücklicherweise trotzdem keinen Abbruch. Die von mir sehr geschätzte Luculia Marlborough wiederum hat gerade mal einen kleinen, wenn auch charmanten Gastauftritt. Da hätte ich mir eine größere Einbindung in die Geschichte gewünscht, aber das ist nur ein kleiner, extrem subjektiver Kritikpunkt. Andere Fans, die nicht diesen Draht zu ihr haben wie meine Wenigkeit, sehen das vielleicht völlig anders.
Davon abgesehen wäre eine noch schlüssigere Erklärung nötig gewesen, warum Isabella/Amy in die York-Familie aufgenommen wurde und ihre Entscheidungen so treffen musste, wie sie es letztendlich getan hat. Natürlich wird das thematisiert, aber für meinen Geschmack zu kurz und mit zu viel Interpretationsspielraum für den Zuschauer. Um Spoiler zu vermeiden drücke ich mich hier ganz bewusst recht allgemein aus, aber wer den Film gesehen hat wird wissen, wovon ich spreche.
Wahrlich atemberaubend sind wie gewohnt der musikalische Score (mit bekannten wie neuen Stücken), Synchronisation und Animation. Allerhöchstes Niveau. Immer wieder wird man besonders optisch verzaubert. Ob das Meer, eine Blumenwiese oder Gebäude, eine solche Perfektion an Farbsetzung und Lichteinfällen ist selbst für das dafür weltberühmte Kyoto Studio nichts Alltägliches. Übrigens handelt es sich hier um ihre erste veröffentlichte Produktion seit dem schrecklichen Brandanschlag im vergangenen Jahr. Nach diesem dramatischen Ereignis bekommt es nochmal eine ganz eigene Bedeutung, nun wieder die Früchte ihrer Arbeit bewundern zu können.
Fazit
„Violet Evergarden und das Band der Freundschaft“ setzt die Handlung der Serie mit nur wenigen Makeln fort und besinnt sich dabei einmal mehr auf seine größten Stärken: Komplexe Charaktere, die uns auf eine rührende Reise in ihre Gefühlswelt mitnehmen, eine hervorragende optische Aufmachung sowie ein schöner und einprägsamer Soundtrack.
Quelle „YouTube“
Wir möchten uns auf diesem Wege herzlich beim Publisher für das Bildmaterial bedanken.

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