Weathering with you - Das Mädchen, das die Sonne berührte » Review
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Frank -
5. Oktober 2020 um 19:57 -
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AnimeSzene.jp – Wir bauen für euch um
Wir haben mit dem umfassenden Umbau unserer Webseite begonnen. Ziel ist eine moderne, schnellere und klar strukturierte Plattform, die unserer Community langfristig mehr Möglichkeiten bietet.
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Da der vollständige Datenimport in die neue Version bereits abgeschlossen ist, werden in dieser Übergangsphase keine neuen Inhalte mehr in die aktuelle Version eingepflegt. Alle neuen Funktionen und Inhalte erscheinen direkt im neuen System.
Die neue Version wird ein Ort zum Ankommen, Stöbern und Wiederfinden – klar strukturiert, auf das Wesentliche ausgerichtet und getragen von dem, was AnimeSzene.jp ausmacht: die Inhalte, die Leidenschaft und die Menschen dahinter.
Wir arbeiten darauf hin, die neue Version bis zur zweiten Aprilwoche vollständig bereitzustellen. Dieser Zeitraum gibt uns genug Spielraum, um alle Bereiche sauber zu finalisieren – unabhängig davon, wann die Software offiziell freigeschaltet wird.
Während der Umbauphase kann es zu sichtbaren Änderungen und Anpassungen kommen. Wir danken euch für eure Geduld und freuen uns darauf, euch schon bald die neue Version präsentieren zu dürfen.
Nicht erst seit „Your Name“, dem bisher weltweit erfolgreichsten Anime-Film überhaupt, gilt Makoto Shinkai als visionärer Regisseur für zahlreiche optisch herausragende und emotional berührende Geschichten. Sein neuestes Projekt „Weathering with you - Das Mädchen, das die Sonne berührte“ feierte nun über „LEONINE Anime“ am 25.09.2020 sein Disc Release bei uns.
Worum es in „Weathering with you - Das Mädchen, das die Sonne berührte“ geht:
Endlich am Puls der Zeit leben und das öde Dasein auf dem Land hinter sich lassen: Der erst 16jährige Hodaka ist wild entschlossen, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Also flieht er in einer Nacht- und Nebel-Aktion aus dem vertrauten Elternhaus, um in der Weltmetropole Tokio neue Wurzeln zu schlagen. Doch das Zurechtkommen in der Hauptstadt stellt sich schnell als ein hartes Unterfangen heraus. Nichts auf der hohen Kante, von der Hand in den Mund leben, nur tagsüber in Restaurants und Internet Cafés ein Dach über den Kopf haben. Wie als zynische Versinnbildlichung seiner immer verzweifelteren Situation regnet es außerdem schon seit Wochen fast unaufhörlich.
Lange Zeit gestaltet sich die Suche nach Arbeit schwierig für Hodaka, bis er schließlich eine Anstellung als Redakteur bei der kleinen Okkultismus-Zeitung von Keisuke Suga erhält. Viel Cash kommt dabei am Monatsende zwar auch nicht rum, aber zumindest ist unser Oberschüler nun nicht mehr obdachlos und halb verhungert.
In den esoterischen Kreisen, welche an eine amüsante Metamorphose aus Uri Geller und Astro TV erinnern, macht sich immer häufiger das Gerücht über ein sogenanntes Sonnenmädchen breit.
Angeblich soll dieses mit magischen Fähigkeiten in der Lage sein, das Wetter nach Belieben zu kontrollieren. So abgefahren es klingen mag, Hodaka glaubt, dass tatsächlich mehr hinter dieser Geschichte stecken könnte als nur purer Aberglaube.
Letzte Zweifel werden ausgeräumt, als diese außergewöhnliche Person mit dem Namen Hina eines Tages wahrhaftig vor ihm steht. Schnell freunden sich die beiden an, verspüren eine starke Verbundenheit zueinander und schmieden Pläne von lukrativen Geschäftsideen mit Hinas Talent.
Doch aus großer Kraft folgt auch große Verantwortung und zu diesem Zeitpunkt konnte das Dreamteam nicht ahnen, was für Herausforderungen und schwere Entscheidungen noch auf sie zukommen werden…
Einschätzung:
Schon als ich in grauer Vorzeit zum ersten Mal „5 Centimeters per Second erscheint“ gesehen hatte, saß ich melancholisch und mit tränenüberströmten Augen vor meinem Fernseher. Makoto Shinkais ganz eigene Handschrift, dieses faszinierende Zusammenspiel aus Bildsprache, Soundtrack, Dramaturgie und den Figuren, hat mich von da an bei seinen Werken immer emotional gepackt und in den Bann gezogen. Entsprechend hoch waren folglich meine Erwartungen an „Weathering with you - Das Mädchen, das die Sonne berührte“ - und größtenteils konnten sie auch erfüllt werden. Allerdings leider nicht ganz so, wie ich es mir erhofft hatte.
Wie schon im großartigem „The Garden of Words“ stellt auch hier der Regen eine gewisse gesellschaftskritische Metapher dar. War er dort noch ein Symbol für das Zusammenfinden zweier Menschen, die der Reizüberflutung und der Hektik des Großstadt-Feelings entfliehen wollen, ist er hier ein klarer Verweis auf die immer deutlicheren Auswirkungen des Klimawandels. Stets subtil und zart vorgetragen, eher mit dem Streicheln einer Feder als mit dem Schlagen eines Hammers zu vergleichen.
Eine sehr schöne Intention, aus der man aber meiner Meinung nach noch mehr Potential herausholen hätte können, etwa konkret auf die entstehenden Umweltbelastungen einzugehen und für den Zuschauer greifbarer zu machen. Paradoxerweise werden von den Charakteren zum Finale hin Entscheidungen getroffen, die sogar im harten Kontrast zu der eigentlich eindringlich vorgetragenen Öko-Message stehen und mich durchaus irritiert zurückgelassen haben, nicht zuletzt, weil es ihnen selbst gar nicht so sehr bewusst zu sein scheint.
Wenn sich nur zwei Handlungsmöglichkeiten ergeben, die jeweils ein großes Opfer fordern, hätte ich mir an dieser Stelle lieber gewünscht, einen dritten alternativen Weg aufzuzeigen. Das Ende ist deswegen für mich nicht ganz optimal gewählt, aber um Spoiler zu vermeiden, gehe ich jetzt nicht weiter darauf ein. Macht euch da gerne selbst ein eigenes Bild. ![]()
Davon abgesehen bin ich aber rundum zufrieden. Haupt-wie Nebenfiguren sind allesamt interessant geschrieben. Mit ihren unterschiedlichen Stärken und Schwächen oder auflockerndem Humor zwischendurch versprühen sie viel Charme.
Da „Weathering with you - Das Mädchen, das die Sonne berührte“ im gleichen Universum wie „Your Name“ angesiedelt ist, sehen wir daraus einige bekannte Gesichter in Form von handlungsrelevanten Cameo-Auftritten wieder. Hat mir ausgesprochen gut gefallen.
Eine ähnliche Vertrautheit wecken die Kompositionen, denn dafür zeichnete sich erneut die J-Rock Band „Radwimps“ verantwortlich. Dem Vergleich mit dem musikalischen Score von „Your Name“ kann er zwar nicht ganz standhalten, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass er ein wirklich eingängiger und schöner Begleiter auf der Reise von Hodaka und Hina ist, dem man sich nicht wird entziehen können.
Apropos schön: Es lässt sich kein passenderes Adjektiv finden, mit dem man den Zeichenstil und die Animationen beschreiben könnte.
Alles wirkt in seiner Farbenpracht so intensiv, erhaben und lebendig, man kann sich daran einfach nicht sattsehen, besonders bei den Sequenzen in der Natur. Das ist wahre Kunst.
Fazit
Mit „Weathering with you - Das Mädchen, das die Sonne berührte“ ist Shinkai diesmal zwar durch das etwas seltsame und unausgereifte Finale nicht der ganz große Wurf gelungen, aber dennoch weiß er in sehr vielen Bereichen mit gewohnten Stärken zu überzeugen.
Euch erwartet ein herausragend animiertes Abenteuer zweier Teenager, das gleichermaßen berührt, unterhält und zum Nachdenken anregt.
Quelle „YouTube“
Wir möchten uns auf diesem Wege herzlich beim Publisher für das Rezensionsexemplar und das Bildmaterial bedanken.

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