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Die letzten Glühwürmchen » Review

  • Stefan
  • 7. April 2023 um 04:57
  • 2.038 Mal gelesen
  • 0 Kommentare

Wie lange gehört die tägliche Kriegsberichterstattung nun schon zu unserem Alltag? Man bekommt Angst, wenn man sieht, was aktuell auf der Welt alles los ist. Ein Werk, welches auf eindrucksvolle Weise in diesem Szenario spielt, ist „Das letzte Glühwürmchen“ aus dem „Studio Ghibli“. Erschienen ist dieser Anime einst bei „KAZÉ“. Und wer ihn noch nicht in seiner Sammlung hat, der sollte dies schleunigst ändern.

Vor einigen Jahren war es. Meine damalige Freundin und ich, wir zappten gelangweilt durchs Fernsehprogramm, um etwas Sehenswertes zu finden. Auf „arte“ blieben wir hängen. Dort fing nämlich zufällig dieser Film an. Nach „Akira“, „Record of Lodos War“ oder „Macross“ - Complete Collection waren wir bereit für mehr. Die Vorfreude war groß. Da saßen wir, endlich ging es los und …

„Am 21. September 1945 bin ich gestorben“ – mit diesen Worten ...

Wie lange gehört die tägliche Kriegsberichterstattung nun schon zu unserem Alltag? Man bekommt Angst, wenn man sieht, was aktuell auf der Welt alles los ist. Ein Werk, welches auf eindrucksvolle Weise in diesem Szenario spielt, ist „Das letzte Glühwürmchen“ aus dem „Studio Ghibli“. Erschienen ist dieser Anime einst bei „KAZÉ“. Und wer ihn noch nicht in seiner Sammlung hat, der sollte dies schleunigst ändern.

Vor einigen Jahren war es. Meine damalige Freundin und ich, wir zappten gelangweilt durchs Fernsehprogramm, um etwas Sehenswertes zu finden. Auf „arte“ blieben wir hängen. Dort fing nämlich zufällig dieser Film an. Nach „Akira“, „Record of Lodos War“ oder „Macross“ - Complete Collection waren wir bereit für mehr. Die Vorfreude war groß. Da saßen wir, endlich ging es los und …

„Am 21. September 1945 bin ich gestorben“ – mit diesen Worten nimmt der 14-jährige Seita dem Film das Ende bereits vorweg. Du fragst dich gleich, ob dem wirklich so ist? Dann sitzt du da und schaust dir den Film an, in der Hoffnung, dass es doch noch ein Happy End gibt. Fehlanzeige! Den ganzen Film hindurch haben wir nur geweint. Man konnte gar nicht anders. Als dann der Film zu Ende war, saßen wir beide wie versteinert auf dem Sofa. Mit solch einem emotionalen Feuerwerk hatten wir nicht gerechnet. Egal, wie hart der Zuschauer auch sein mag, hier fließen die Tränen.

Das Echo von diesem Film hallt auch heute noch in meinem Gedanken nach. Und so ist es nicht verwunderlich, dass der Film zwar in meiner Sammlung ist, ich es aber nicht schaffen ihn erneut anzuschauen. Wenn es ein Anime verdient hat, Meisterwerk genannt zu werden, dann ist es dieser Film.

An dieser Stelle verzichte ich bewusst auf einen Kurzinhalt. Stattdessen greife ich auf diese wundervolle Original- und unbearbeitete Rezension von Andreas Berger zurück, welche ich auf „amazon“ gefunden habe.

Es gibt sie, Filme, die einen grundlegend verändern und einen anderen Menschen aus einem machen. Und es gibt manche Filme, die einem das cineastische Weltbild verändern. Vor den letzten Glühwürmchen verabscheute ich Animes (=japanische Zeichentrickfilme), da sie für mich meist nur niveaulose Kinder- und Freak-Unterhaltung waren. Mit japanischem Film fing ich ebenso wenig an. Und Kriegsfilme mag ich bis heute nicht. Wie falsch man doch liegen kann!

Der Film transportiert ein Meer von Gefühlen – abseits dessen, was man je für möglich gehalten hat, obwohl – oder vielleicht gerade weil – der Film Zeichentrick ist. Das ganze aber auf einem Niveau, welches mit sterbenden Bambies, Mufasas und Einhörnern nichts – aber auch gar nichts – mehr zu tun hat. Eigentlich ist bereits der Vergleich lästerlich. Diesen Film kann man getrost all jenen zeigen, die sonst Animes hassen. Sie werden eines besseren belehrt werden und sehen, dass es sehr wohl niveauvolle, tiefgründige und philosophische Zeichentrickfilme gibt, auch wenn man dies zuerst durch jahrzehntelange Disney-Sozialisation vielleicht nicht glauben mag.

Wenn es etwas gibt, was japanischer Film vermutlich weltweit am besten kann, dann ist es eine Geschichte abseits von Gut-und-Böse-Kategorisierung zu erzählen. Der Film handelt zwar von zwei japanischen Kindern im Krieg, aber weder sind die Japaner die Guten, noch die Amerikaner die Schlechten. Es gibt keine gute Fee, die zu den Kindern kommt und hilft, es gibt keinen Bösewicht, der sie quält, der Krieg ist nicht Thema des Films – er passiert einfach. Das Leben ist, wie es ist. Weder gut noch schlecht und doch ist es beides zugleich. Niemand erhebt einen moralischen Zeigefinger und sagt: "Seht her, Krieg ist schlecht." Und doch prügelt der Film mit solcher Wucht auf das Gefühl des Rezipienten, dass man nur ohnmächtig der Brutalität der Kriegs-Schauplätze auf dieser Welt gedenken kann, an denen sich die Handlung des Films täglich wiederholt.

Der Film ist kein Kriegsfilm. Es erzählt nur die Geschichte von zwei Kindern im Krieg, die im Übrigen auf der wahren Lebensgeschichte des gleichnamigen Buches des Autors beruht. Janis El-Bira schreibt in seiner hervorragenden „Review auf moviemaze.de“ "Immer wieder wird gesagt, Hotaru No Haka sei eine Geschichte vom Überleben – nein, es ist eine vom Sterben“. Dem ist nicht viel mehr hinzuzufügen.

Vergleiche zu diesem Film gibt es genug. „Die Zeit“ schrieb, dass „Schindlers Liste“ im Vergleich zu diesem Film wie eine Komödie wirkt. Dies ist fast eine Untertreibung. Die meisten Freunde, denen ich den Film gezeigt habe, haben gesagt, dass dies der beste Film war, den sie je gesehen haben – jedoch auch einer, den sie nie wieder sehen wollen. Wer einen Stimmungskiller für seine Party sucht oder mal seine besten Freunde im Kollektiv weinen sehen will, sollte zugreifen.

Wer sich aber durch meine Lobhudelei nicht überzeugen lassen will, der kann auch gerne andere Kritiken als Referenz nehmen. Selbst Kritikerpapst Roger Ebert, der sonst Zeichentrick wie die Pest hasst, reiht diesen Film unter die besten 10 der Welt.

Darum: Schaut euch den Film an – auch wenn ihr Zeichentrick hasst. Auch wenn ihr keine Kriegsfilme mögt. Und auch wenn ihr mit asiatischem Film nichts anfangen könnt. Ihr werdet es nicht bereuen!

Schließen möchte ich mit einem Zitat eines Vaters, welches er einst auf der Arte Web-Seite hinterlassen hat.

Nachdem ich „Die letzten Glühwürmchen“ gesehen habe, war ich zuerst einmal still. Nach Minuten ging ich die Treppe hinauf, in das Zimmer meiner Kinder, die da in ihrem Bett still schliefen. Tränen brachen aus mir wie ein Wasserfall, ich stand da und weinte. Dann umarmte ich sie ganz fest, hielt sie eine Ewigkeit. Und ich spürte die ganze Liebe zu meinen Kindern wie noch nie zuvor.

Trailer:

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Quelle: „YouTube“

Ein Teil der Rezension ist von Andreas Berger! Quelle: amazon

Produktdetails
Titel Das letzte Glühwürmchen
Genres Drama
Regisseur Isao Takahata
Medium DVD, Blu-ray
FSK ab 6 Jahre
Spieldauer 85 Minuten, 88 Minuten
Serie Spielfilm
Sprache Deutsch, Japanisch (Untertitel: Deutsch)
Studio Studio Ghibli
Publisher KAZÉ (Crunchyroll)
Kaufmöglichkeiten amazon / Thalia

Wir möchten uns auf diesem Wege herzlich beim Publisher für das Rezensionsexemplar und das Bildmaterial bedanken.

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