Japan von Hans Sautter » Review

Geisha von hinten
Der Bildband „Japan“ aus dem „Frederking & Thaler Verlag“ ist kein normaler Bildband und vor allem kein Reisebuch, sondern vielmehr eine Komposition von unzähligen Momentaufnahmen, wie sie schöner nicht sein könnten.

Vor einiger Zeit entdeckte ich auf Amazon einen einzigartigen Bildband mit dem Titel „Japan“, der wegen seines Preises meinerseits für große Augen sorgte. Ich fragte mich, warum dieses Werk so teuer ist. Auf Grund des Preises habe ich lange mit mir gehadert nach einem Rezensionsexemplar zu fragen. Denn wenn ein Buch so teuer ist, dann bedeutet dies, dass es auch in der Herstellung einiges gekostet hat. Schließlich siegte dann doch die Neugier und ich schickte eine Anfrage an den „Frederking & Thaler Verlag“, war mir aber fast sicher eine Absage zu erhalten. Sehr zu meiner Freude kam es dann doch ganz anders.


Als der Bildband vor einiger Zeit bei mir ankam, bekam ich erst einmal einen Schreck. Das war kein normales Buch im Hosentaschenformat oder A4. Vielmehr handelt es sich um ein Werk in A3, jener Form, in der vor vielen hundert Jahren Bücher angefertigt wurden. So zum Beispiel Atlanten aus dem 15. Jahrhundert oder die ganzen Bücher in den Kirchen. Respekt!


WOW … Das war in der Tat mein erster Gedanke, als ich den Bildband das erste Mal in meiner Hand hielt. Selbst mein elfjähriger Sohn bekam große Augen. Was für ein außergewöhnliches Werk! Und nun? Anders als bei Mangas oder Kochbüchern wollte ich dieses Werk einfach mit Respekt behandeln. Also überlegte ich hin und her, wie ich dies bewerkstelligen kann. Ich wollte es nicht einfach nur aus seiner Folie befreien und sofort verschlingen, sondern viel mehr ein Ritual daraus machen. Da kam mir eine Idee. Jeder von uns muss in dieser schweren Zeit arbeiten. Ich für mein Teil habe mir eine Arbeit gesucht, wo ich den Menschen helfen kann. Das kann man am besten an der Quelle, im Pflegeheim. In diesem Pflegeheim gibt es einen 94-jährigen Senior, der schaut sich sehr gerne Bildbände von Dresden an. Also habe ich den Bildband einfach mit zur Arbeit genommen.


Der Bildband hat ein stattliches Gewicht. Das merkt man besonders dann, wenn man ihn eine Weile durch die Gegend trägt. Auf Arbeit angekommen, bin ich gleich in das Zimmer des Senioren gegangen und sagte zu ihm: „Fritz, schau mal was ich dir mitgebracht habe.“ Als ich dann das Buch hinter dem Rücken hervor holte, fingen seinen Augen sofort an zu leuchten. „Was ist denn das?“ fragte er. Wir setzten uns an den Tisch, entfernten vorsichtig die Folie und schauten uns die ersten Seiten an. „Das ist unglaublich!“ Diese Aussage hörte ich nicht nur einmal. Selbst er, mit seinen 94 Jahren, hatte solch ein aufwendiges Buch noch nie gesehen, wie er mir sagte. Schon allein das aufwendige Cover fühlt sich einfach nur gut an, wenn man es mit der Handfläche streichelt. Ganz vorsichtig blätterten wir durch die dicken schweren Seiten, die sich einfach gut in der Hand anfühlten.


Schon fast ehrfürchtig schauten wir uns die einzigartigen Bilder an. Man braucht gar nicht weit zu blättern um zu wissen, dass dieses Buch seine 98 € mehr als wert ist. Wir blätterten immer weiter, ohne die Texte zu lesen, weil wir von der Ästhetik, der Schönheit des eingefangenen Moments, der Liebe zum Detail, der … Oh mann, dieser Bildband ist so einzigartig! Die enthaltenen Aufnahmen sind so wunderschön, dass das Fernweh gar nicht lange auf sich warten ließ/lässt. Und der alte Fritz, der noch nie in Japan war, selbst er war einfach nur begeistert. Ich sagte zu ihm: „Du sagt mal Fritz, möchtest du dir das Buch noch einmal ganz in Ruhe und alleine ansehen?“ Er sagte nur: „Unbedingt.“ Ich habe ihm seinen Wunsch erfüllt und mich den anderen Bewohnern zugewandt.


Einige Zeit später kam mir Fritz auf dem Flur entgegen und schwärmte nur noch von dem Buch. Er schwärmte von der unglaublichen Qualität, der Intensität der Bilder, dem absolut passend formulierten Text und überhaupt sagte er mir wieder und wieder, dass er so etwas noch nie gesehen hat. Er sagte mir, dass es das beste Buch sei, was er je sah und dass er ab jetzt ein Japan-Fan ist.


Einige Tage später kam er erneut auf mich zu und sagte: „Stefan, mit dem Buch hast du aber etwas angerichtet.“ Ich darauf hin, warum? Er sagte nur: “Weil mich dieses Buch seit Tagen nur noch beschäftigt.“ Ich denke, ein größeres Lob kann es für einen Fotografen nicht geben. Und ich möchte auf jeden Fall betonen, dass dieses Lob nicht nur an den Fotografen geht, sondern an alle, die an dem Buch mitgewirkt haben.


Nun liegt das Buch seit diesem Tag auf meinem Schreibtisch und ich frage mich wieder und wieder, wie ich es rezensieren soll. Ich wache sogar nachts auf und beschäftige mich mit dem Gedanken. Egal was auch immer ich schreiben würde, ich war mir sicher, es wird nicht genug sein. Daher hoffe ich, dass meine kleine Anekdote jeden interessierten Leser dazu ermutigt, die 98 € in die Hand zu nehmen um sich diesen einzigartigen Bildband zuzulegen oder zu verschenken. Er ist es auf jeden Fall wert.


Ich freue mich so sehr, dass mir der „Frederking & Thaler Verlag“ ein Exemplar zur Ansicht zur Verfügung gestellt hat! Der Bildband wird einen schönen Platz im Bücherregal erhalten und mit Sicherheit wieder und wieder nicht nur meine Augen erfreuen. Danke!


Fazit:


Der Bildband „Japan“ aus dem „Frederking & Thaler Verlag“ ist kein normaler Bildband und vor allem kein Reisebuch, sondern vielmehr eine Komposition von unzähligen Momentaufnahmen, wie sie schöner nicht sein könnten. Egal welches Bild man sich auch ansieht, man versinkt regelrecht in ihnen. Sie zeigen dem Betrachter, wie das moderne Japan mit dem Erbe seiner Vergangenheit verbunden ist. Man braucht gar nicht weit zu blättern um das zu fühlen. Als Beispiel sei hier der Sonnenaufgang über dem Fuji auf Seite 6 & 7 genannt. Der blanke Wahnsinn, um es mit den Lieblingsworten meiner Mutter zu sagen.


Die Bilder sind allesamt so schön, es bedürfte im Grunde gar keiner Hintergrundinformationen. Man betrachtet sie und schmachtet einfach nur dahin. Dennoch gibt es sie, sehr gut ausgearbeitete Informationen zu den Bildern und Hintergrundinformationen zur Region sowie zu der Geschichte Japans.


Ich habe gelesen, dass der Fotograf Hans Sautter an Krebs erkrankt war und dass dieses Werk sein Vermächtnis werden sollte. Nun, das ist ihm mit Bravour gelungen. Und nun, da er diese Krankheit überwunden hat, kann er sich an all dem Lob erfreuen, welches ihm zuteil wird.


Dieser Bildband hat mir wieder einmal eines bestätigt: Japan ist mein Land. Ein Teil von mir ist dort geblieben und niemals zurückgekehrt.


Hier geht es zur „Leseprobe von: Japan


Quelle„Frederking & Thaler Verlag


Produktdetails
Titel Japan
Genres Bildband
Autor Hans Sautter
Einband Hardcover
Altersempfehlung ab 0 Jahre
Seitenanzahl 320 (ca. 250 Abbildungen)
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95416-339-7
Verlag Frederking & Thaler Verlag
Kaufmöglichkeiten amazon / Thalia / Frederking & Thaler Verlag


Wir möchten uns auf diesem Wege herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar und Bildmaterial bedanken.

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