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Our Lonely War » Review

  • Frank
  • 30. August 2021 um 19:47
  • 1.042 Mal gelesen
  • 0 Kommentare

Als jemand, der selbst ein Handicap hat und im Rollstuhl sitzt, bin ich immer auf der Suche nach Werken, die sich dem wichtigen und leider immer noch gesellschaftlich zu wenig beachteten Thema Behinderung annehmen.

In dem Sci-Fi-Actiondrama „Our Lonely War“, herausgegeben von „TOKYOPOP“, folgen wir dem
neunjährigen Rollstuhlfahrer Ilya durch eine spannende wie gleichermaßen dramatische Geschichte über Träume und ihre damit einhergehenden Bürden.

Worum es bei „Our Lonely War" geht:

Seit nunmehr zehn Jahren befindet sich der blaue Planet im Krieg mit den außerirdischen Idola. Zunächst sah es...

Als jemand, der selbst ein Handicap hat und im Rollstuhl sitzt, bin ich immer auf der Suche nach Werken, die sich dem wichtigen und leider immer noch gesellschaftlich zu wenig beachteten Thema Behinderung annehmen. In dem Sci-Fi-Actiondrama „Our Lonely War“, herausgegeben von „TOKYOPOP“, folgen wir dem neunjährigen Rollstuhlfahrer Ilya durch eine spannende wie gleichermaßen dramatische Geschichte über Träume und ihre damit einhergehenden Bürden.

Worum es bei „Our Lonely War" geht:

Seit nunmehr zehn Jahren befindet sich der blaue Planet im Krieg mit den außerirdischen Idola. Zunächst sah es so aus, als wenn die Menschheit chancenlos gegen diesen übermächtigen und mysteriösen Gegner ist, bis eine bahnbrechende Waffentechnologie namens Arcana die Karten zu ihren Gunsten neu mischte. Riesige, biotische Kämpfer - sogenannte Units - werden dafür aus der Ferne mittels Gedanken von einem menschlichen Piloten, dem Player, gesteuert.

Der kleine Ilya ist seit einem Unfall vor fünf Jahren an den Rollstuhl gefesselt und trainiert Tag ein Tag aus in der Simulation um vielleicht einmal ein echter Player werden zu können. Tatkräftig motiviert wird er hierbei von seiner älteren, erwachsenen Schwester Anna. Seit dem Tod der Eltern leben die beiden Waisen gemeinsam in New York.

Anna kann ihren Bruder nur allzu gut verstehen, hat sie sich doch selbst dem Kampf gegen die Idola verschrieben und ist in der Männerdomäne des Militärs beeindruckend schnell zum Feldwebel aufgestiegen.

Beide Geschwister unterstützen sich wo sie nur können und sind immer füreinander da, aber nachvollziehbarerweise ist sie auch nicht ohne Sorge um ihn und möchte auf keinen Fall, dass ihrem Bruder etwas geschieht. Alle Abwägungen, alle Pros und Contras werden hinfällig, als der oberste General Sullivan seiner überrumpelten Soldatin einen Vertrag vorlegt. Trotz seines jungen Alters erfüllt Ilya alle nötigen Qualifikationen um künftig offiziell in der Schlacht eine Unit befehligen zu dürfen. Alle sind einstimmig begeistert von dem herausragenden Talent und wollen ihn unbedingt für ihre Sache gewinnen. Doch das letzte Wort liegt bei Anna, welche nach einiger Bedenkzeit tatsächlich ihre Unterschrift auf das Schriftstück setzt.

Überglücklich, aber ohne über die Hintergründe mit seiner Schwester informiert zu sein, trifft der Rookie im Hauptquartier ein und darf wortwörtlich gleich seine ersten Gehversuche als echter Arcana unternehmen. Das Gefühl, mit Hilfe seiner Gedanken nach all den Jahren wieder Bewegungen vollführen zu dürfen, ist für Ilya eine überwältigende und emotionale Erfahrung, fast so, als wenn er wieder richtig laufen könnte, sein Handicap gar nicht mehr existieren würde. In dem Moment, als seine Endorphine kaum größer sein könnten, möchte er natürlich sofort seine Schwester anrufen, um von den tollen Neuigkeiten zu erzählen - und erhält die markerschütternde Antwort, dass sie in Form des neuen Kampfwerkzeuges direkt vor ihm stehe...

Einschätzung:

Wie schon eingangs erwähnt war der Rollstuhlfahrer als Hauptfigur das, was meine Aufmerksamkeit auf diesen Manga lenkte. Im Gegensatz zum von mir hochgeschätzten Anime-Film „A Silent Voice" werden in „Our Lonely War" allerdings keine gesellschaftlichen Probleme im Umgang mit Behinderung angesprochen. Der Ansatz der 26 Jahre alten Mangaka Erubo Hijihara ist ein anderer:

llya ist durch und durch ein Kämpfer, jemand der nicht mit seinem Schicksal hadert, sondern das Beste aus seiner Situation machen möchte, sich Träume und Ziele setzt, die es zu erfüllen gilt. Einige der anderen Player-Anwärter lassen sich vorschnell von Oberflächlichkeiten täuschen, nur um später sprachlos festzustellen, dass dieser kleine Kerl zwar eine Behinderung hat, aber dank Talent, List und Begeisterung fast jedem überlegen ist. Das wurde cool umgesetzt, macht Spaß und ihn als Charakter natürlich auch ausgesprochen sympathisch.

Geschwisterpower ist ein weiteres Stichwort, denn die großartige Chemie zwischen ihm und Anna trägt den Leser quasi regelrecht durch den Anfang des ersten Bandes, bis zum bereits beschriebenen, hochdramatischen Paukenschlag. Wie es ab dieser Stelle weitergeht, lasse ich selbstverständlich offen.

Ich denke, einige Geschwister werden sich mit den beiden durchaus identifizieren können. Das starke Band zwischen ihnen ist auch für uns regelrecht greifbar und Annas liebevolle Hingabe und Aufopferungsbereitschaft hat zumindest mich persönlich tief berührt.

Plotidee und Setting mögen an sich zwar nichts Außergewöhnliches sein, wissen aber angenehm zu unterhalten und machen erstmal Lust auf mehr. Gleichzeitig bin ich aber fast schon verwundert, dass die gesamte Handlung in nur drei Bänden abgeschlossen sein soll. Ich lasse mich überraschen, was alles passieren wird, allerdings sollte es insbesondere über Auftauchen, Herkunft und Absicht der Idola noch deutlich mehr an Hintergrundinformationen im weiteren Verlauf geben.

Im Rahmen des ganzen militärischen Projekts um die Arcana treffen interessanterweise mehrere moralisch grundverschiedene Sichtweisen seitens der Player aufeinander. Wie weit würde man für einen Erfolg in der Schlacht gehen? Müssen persönliche Gefühle immer für das große Ganze hinten angestellt werden, selbst wenn das jene gefährdet, die wir lieben?

Die Kämpfe sind spannend, flüssig und dynamisch gezeichnet, die Atmosphäre in gemeinsamen, harmonischen Szenen von IIya und Anna sehr warm, beinahe unschuldig friedlich. Wenn es dramatisch wird, die Kämpfe beginnen oder traurige Rückblenden aus der Vergangenheit gezeigt werden, wird es aber ebenso düster und beklemmend.

Viel her macht genauso das vermehrt in blau gehaltene Cover. Irgendwie hat es Stil und bleibt einem im Gedächtnis. Besitzer der Erstauflage erhalten außerdem einen Aufnäher mit dem Logo von Ilyas Jacke.

Fazit

„Our Lonely War" präsentiert mit viel Herz und Empathie einen sympathischen Rollifahrer, der fest an seine Träume glaubt und dabei herzerwärmend von seiner älteren Schwester unterstützt wird. Für diesen Einfall kann man der Mangaka nur Dankbarkeit und Anerkennung ausdrücken. Davon abgesehen ist es sicher keine Pflichtlektüre, bietet aber stets gelungene Unterhaltung sowie Potential sich im nächsten Band noch steigern zu können.

Hier geht es zur „Leseprobe von:Our Lonely War“!

Quelle „TOKYOPOP“

Produktdetails
Titel Our Lonely War
Genres Action, Mystery, Sci-Fi, Supernatural
Autor/Zeichner Erubo Hijihara
Einband Taschenbuch
Altersempfehlung ab 13 Jahre
Seitenanzahl 208
Serie Our Lonely War
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8420-5117-1
Verlag TOKYOPOP
Kaufmöglichkeiten amazon / Thalia / TOKYOPOP

Wir möchten uns auf diesem Wege herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar und Bildmaterial bedanken.

Über den Autor

Frank Anfänger
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