Warte auf mich in Udagawa » Review
-
Samantha -
27. September 2021 um 14:27 -
674 Mal gelesen -
0 Kommentare
AnimeSzene.jp – Wir bauen für euch um
Wir haben mit dem umfassenden Umbau unserer Webseite begonnen. Ziel ist eine moderne, schnellere und klar strukturierte Plattform, die unserer Community langfristig mehr Möglichkeiten bietet.
Im Zuge dessen entsteht auch das neue Itasha‑DACH‑Forum, der zentrale Treffpunkt für alle Enthusiasten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Da der vollständige Datenimport in die neue Version bereits abgeschlossen ist, werden in dieser Übergangsphase keine neuen Inhalte mehr in die aktuelle Version eingepflegt. Alle neuen Funktionen und Inhalte erscheinen direkt im neuen System.
Die neue Version wird ein Ort zum Ankommen, Stöbern und Wiederfinden – klar strukturiert, auf das Wesentliche ausgerichtet und getragen von dem, was AnimeSzene.jp ausmacht: die Inhalte, die Leidenschaft und die Menschen dahinter.
Wir arbeiten darauf hin, die neue Version bis zur zweiten Aprilwoche vollständig bereitzustellen. Dieser Zeitraum gibt uns genug Spielraum, um alle Bereiche sauber zu finalisieren – unabhängig davon, wann die Software offiziell freigeschaltet wird.
Während der Umbauphase kann es zu sichtbaren Änderungen und Anpassungen kommen. Wir danken euch für eure Geduld und freuen uns darauf, euch schon bald die neue Version präsentieren zu dürfen.
Auf dem Weg durch die Stadt einem Klassenkameraden über den Weg zu laufen ist für gewöhnlich wohl nichts weiter Erstaunliches. Wenn es sich dabei jedoch um einen Jungen handelt, den man da völlig unerwartet geschminkt und in Frauenkleidung antrifft, dann kann das bei manchen Leuten durchaus für Verwunderung sorgen. Dies ist der Beginn von hideyoshicos (heißt tatsächlich so und wird auch so geschrieben) Boys-Love-Einzelband “Warte auf mich in Udagawa“, der nun bei “Egmont Manga“ im Programm ist. Hier erfahrt ihr, was es mit dieser Geschichte auf sich hat!
Worum es bei “Warte auf mich in Udagawa“ geht:
Als Momose eines Tages durch das Shoppingviertel Udagawa läuft, fällt dem Schüler eine Person in Frauenkleidern auf. Mit einem Blick erkannte er, dass es sich dabei um einen Jungen handelt. Doch beim zweiten Blick bemerkt er auch wer genau es ist, nämlich sein Mitschüler Yashiro. Was hat das zu bedeuten? Liegt hier auch ganz sicher kein Missverständnis vor?
Am nächsten Schultag kann Momose nicht anders, als Yashiro die ganze Zeit zu beobachten und sich über das Gesehene den Kopf zu zerbrechen. Sein Mitschüler verhält sich in keinster Weise auffällig und er will die ganze Sache schon als bloße Einbildung abspeisen, als ihm ein winziges Detail ins Auge fällt: Nagellack-Reste an Yashiros Fingern! Als dieser es selbst bemerkt, gibt er sich den Rest des Tages alle Mühe seine Nägel zu verstecken, doch Momose kann es nicht vergessen.
Die ganze Zeit ist er völlig in Gedanken. Das geht sogar so weit, dass er beim Baseball mit den anderen Jungs ständig in Tagträume verfällt und aus Unachtsamkeit einen Ball gegen den Kopf bekommt. So kann das unmöglich weitergehen! Er beschließt, noch einmal an den Ort zurückzukehren, an dem alles begann. Tatsächlich trifft er dort wieder auf Yashiro, und wieder ist er als hübsches Mädchen zurechtgemacht. Momose spricht ihn an und Yashiro versucht zunächst noch, sich herauszureden. Es sei eine verlorene Wette, eine Art Strafspiel, weiter nichts. Doch Momose scheint gar nicht richtig zuzuhören und fragt ihn sogar ganz unvermittelt, ob er nicht mit ihm ausgehen wolle. Yashiro steigt die Schamesröte ins Gesicht, er ist hoffnungslos überfordert.
Er verkündet, die Sache mit den Frauenkleidern und dem Make-up an den Nagel zu hängen, er hätte ja ohnehin damit aufhören wollen und jetzt sei der perfekte Zeitpunkt gekommen. Aber Momose lässt nicht locker und die Geschichte der beiden jungen Männer nimmt ihren Lauf.
Einschätzung:
Es gab durchaus eine Zeit, in der ich es sehr seltsam fand, wenn ein Junge beispielsweise mit Puppen gespielt oder irgendwie “mädchenhafte“ Kleidung getragen hat. Allerdings war ich da 6 Jahre alt, hatte von nichts eine Ahnung und wusste es schlichtweg nicht besser. Als ich das letzte Mal einen Mann mit rotem Kleid, hochhackigen Stiefeln und langen Seidenhandschuhen gesehen habe, dachte ich einfach nur “Wow, der Typ sieht absolut genial aus in diesem Outfit!“ und das war's. Da war absolut nichts Befremdliches und es wurde auch kein großes Rätselraten zu seiner Sexualität veranstaltet. Natürlich sind Geschmäcker verschieden und darüber kann man auch nicht streiten, aber am Ende des Tages sollte doch jeder tragen dürfen was er oder sie möchte.
Paradoxerweise haben tatsächlich die wenigsten noch ein Problem mit Frauen in Hosen, aber wenn ein Mann im Rock oder gar im Kleid aufschlägt, haben dazu unglaublich viele Leute etwas zu sagen, und das nicht gerade im freundlichsten Ton. Darüber habe ich mir schon des Öfteren Gedanken gemacht, und ich fand es interessant, dass dieses Thema hier zumindest in gewisser Weise aufgegriffen wird.
Sicher, wie sich herausstellt möchte Yashiro durchaus von einem Mann berührt werden und hat ein paar Eigenschaften, die die Allgemeinheit wohl als eher weiblich beschreiben würde. Doch auch vollkommen unabhängig davon ist es erschreckend, wie jemand einfach nur unfassbaren Spaß daran hat, bestimmte Kleidung zu tragen und verschiedene Outfits anzuprobieren, aber dies um jeden Preis geheim halten muss, denn “was würden sonst die Leute sagen“? Als ihn tatsächlich mal jemand als Mann erkennt, reagiert die Person angeekelt und es ist schön zu sehen wie Momose sich echauffiert und Yashiro verteidigt, obwohl er sonst doch eher still ist.
Die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten ist für mich nicht ganz einfach zu beschreiben, ihr gemeinsamer Start verläuft natürlich mehr als holprig. Momose ist sehr unerfahren und unbeholfen, was ihn manchmal übers Ziel hinausschießen lässt. Yashiro hingegen macht oft einen auf hart, weil er Angst davor hat er selbst zu sein und zu seinen Gefühlen zu stehen, die ihn teilweise schlichtweg überfordern. Diese Charaktere wirken nicht wie “kleine Erwachsene“, sondern wirklich wie Teenager, die dabei sind sich selbst und ihren Platz im Leben zu finden. Das macht die Geschichte interessant und glaubwürdig.
Dieser Manga erzählt nicht nur eine junge Liebesgeschichte mit erotischen Elementen, er regt auch ein wenig zum Nachdenken an. Das sehe ich als einen klaren Pluspunkt bei diesem vergleichsweise etwas unkonventionellen Boys-Love-Oneshot. Ich fühlte mich hier auch an etwas erinnert, was ich mal in einem Beitrag zum Thema Geschlechterrollen gehört hatte: Dinge wie hochhackige Schuhe, Röcke oder gar die Farbe Rosa waren vor einiger Zeit noch “typisch männlich“ assoziiert, doch irgendwann hat die Gesellschaft sich in eine andere Richtung entwickelt und sich quasi umentschieden. Ich persönlich halte das für einen recht interessanten Gedanken.
Aber kommen wir zurück zum eigentlichen Werk. Obwohl der bisweilen fast schon skizzenhafte Zeichenstil an manchen Stellen etwas unsauber wirkt, so scheint er doch perfekt die Emotionen der Geschichte zu transportieren. Besonders bei Szenen voller Gefühle, in denen das Hauptaugenmerk auf Mimik und Gestik liegt, kommt er erstaunlich gut zur Geltung.
Alles in allem also ein vielleicht etwas unkonventioneller, aber definitiv interessanter Oneshot, bei dem man durchaus mal einen Blick riskieren kann.
Fazit:
“Warte auf mich in Udagawa“ ist ein etwas anderer Boys-Love-Einzelband mit Cross-Dressing-Thematik, in dem die teils verwirrende Gefühlswelt der jugendlichen Protagonisten glaubwürdig dargestellt wird.
Hier geht es zur „Leseprobe von: Warte auf mich in Udagawa“!
Quelle „EGMONT“
Wir möchten uns auf diesem Wege herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar und Bildmaterial bedanken.

Kommentare
Neu erstellte Kommentare unterliegen der Moderation und werden erst sichtbar, wenn sie durch einen Moderator geprüft und freigeschaltet wurden.
Neu erstellte Kommentare unterliegen der Moderation und werden erst sichtbar, wenn sie durch einen Moderator geprüft und freigeschaltet wurden.