AnimeSzene.jp – Wir bauen für euch um
Wir haben mit dem umfassenden Umbau unserer Webseite begonnen. Ziel ist eine moderne, schnellere und klar strukturierte Plattform, die unserer Community langfristig mehr Möglichkeiten bietet.
Im Zuge dessen entsteht auch das neue Itasha‑DACH‑Forum, der zentrale Treffpunkt für alle Enthusiasten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
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Die neue Version wird ein Ort zum Ankommen, Stöbern und Wiederfinden – klar strukturiert, auf das Wesentliche ausgerichtet und getragen von dem, was AnimeSzene.jp ausmacht: die Inhalte, die Leidenschaft und die Menschen dahinter.
Wir arbeiten darauf hin, die neue Version bis zur zweiten Aprilwoche vollständig bereitzustellen. Dieser Zeitraum gibt uns genug Spielraum, um alle Bereiche sauber zu finalisieren – unabhängig davon, wann die Software offiziell freigeschaltet wird.
Während der Umbauphase kann es zu sichtbaren Änderungen und Anpassungen kommen. Wir danken euch für eure Geduld und freuen uns darauf, euch schon bald die neue Version präsentieren zu dürfen.
Bisher hatte ich leider nur wenige Gelegenheiten, mich intensiver mit deutschen Mangaka zu beschäftigen. Umso mehr freut es mich, euch heute „Mortalis“ aus der Feder von Dominik Jell vorstellen zu können. Verlegt wurde sein Erstlingswerk bei „CARLSEN“. Dieses besteht aus zwei Kurzgeschichten, auf deren Handlung ich im Folgenden separat eingehen werde.
Worum es bei „Mortalis“ geht:
„Schicksal 1: Osiris“
Hideaki Kobayashi ist Influencer und bereist gemeinsam mit seinem Kater Spukhäuser und gruselige Orte in ganz Japan. Per Livestream lässt er seine Follower dabei immer ganz nah am Geschehen teilhaben. Diesmal hat es ihn zu einem abgelegenen Hof verschlagen. Ein Gebäude wird an Gäste vermietet, im anderen lebt der Besitzer Seki Kanagawa gemeinsam mit seiner kranken Mutter.
In der Gegend verschwanden bereits mehrere Personen spurlos und Hideaki hofft, während seiner Übernachtung im Gasthaus vielleicht Hinweise zu finden. Der freundliche, aber auch etwas seltsame Kanagawa macht ihm allerdings unmissverständlich klar, dass Filmen und Fotografieren des Ortes nicht gestattet sei. Schließlich soll sein Hof ein idyllischer Geheimtipp bleiben und nicht eines Tages von Touristen überrannt werden. Aller Warnungen zum Trotz bleibt der selbst ernannte Ghost-Hunter bei seinem ursprünglichen Plan und platziert heimlich im gesamten Haus Kameras. Ein Fehler, der ihm noch teuer zu stehen kommt …
„Schicksal 2: Exekution“
Wir befinden uns im mittelalterlichen Süddeutschland. Ein mit Kapuze vermummter Mann streift durch die Straßen und entdeckt eine sichtlich verzweifelte und vom Hunger geschwächte junge Frau. Zwei weitere Männer mit Pest-Masken erscheinen und ermorden sie skrupellos, »damit die Krankheit sich nicht weiter ausbreitet«. Gleichzeitig soll es so dargestellt werden, als wenn sie an der Krankheit selbst gestorben wäre. Als die beiden das zur Hälfte entstellte Gesicht des schockierten Beobachters sehen, ergreifen sie ängstlich die Flucht.
Den Mann lässt dies alles an eine weitere tragische Erfahrung vor 6 Jahren zurückdenken. Damals war er der angesehene vorstehende Bischof eines Klosters und wurde von Herzog Anton Vl. in einer Angelegenheit konsultiert. In jüngster Vergangenheit erkrankte der Herrscher an einer schweren Grippe und macht die allein und zurückgezogen am Stadtrand lebende Elisabeth dafür verantwortlich. Dass weite Teile der Bevölkerung den Verdacht hegen, es handle sich bei ihr um eine Hexe, ist natürlich zuträglich für seine Anschuldigungen. Obwohl Hexenprozesse seit Jahrzehnten der Vergangenheit angehören, soll Elisabeth auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden und der Bischof für geistlichen Beistand sorgen. Für ein gutes Gewissen und die Reinheit der unsterblichen Seele.
Einschätzung
Dominik Jell, Jahrgang 1994 und lebend in Landshut, begann 2015 eine Karriere als Tattoo-Künstler mit Spezialisierung auf Motive im Anime-Stil. Schon als Kind hegte er allerdings auch den großen Traum, eines Tages Mangaka zu werden. Mit „Mortalis“ ist dieser nun Wirklichkeit geworden. Ein Debüt, was sich sehen lassen kann!
Der semi-realistische, nüchterne und erwachsene Zeichenstil schaffte es mich sofort in seinen Bann zu ziehen und eine düstere Atmosphäre aufzubauen. Da schlägt das Herz des Horrorliebhabers in mir definitiv höher. ![]()
„Osiris“ spielt geschickt mit dem Element der sozialen Medien. Hideaki’s Job bildet beliebte Trends wie das Interesse an unerklärlichen Phänomenen und True Crime Storys ab. Bisweilen bekommen wir das Gefühl, selbst einer seiner Follower zu sein, welcher ihm durch die Webcam zusieht. Andererseits ist aber auch eine leise Kritik an Sensations-Journalismus und ähnlichen Dingen klar erkennbar.
Wir bemerken sehr früh, dass der ambitionierte Content-Creator in sein Verderben läuft. Er selbst scheint blind und unterschätzt völlig die Gefahr, in der er sich befindet, während wir angespannt mitfiebern. Dies liegt primär an dem Wissensvorsprung gegenüber Hideaki, welchen der Leser auf den ersten beiden Seiten der Kurzgeschichte erhält. Ein wirklich klug platzierter Suspense-Moment!
Wenn wir schon von einem Begriff wie diesen sprechen, der u. a. durch Meisterregisseur Alfred Hitchcock geprägt wurde: „Osiris“ enthält einige Anspielungen und Querverweise auf dessen Klassiker „Psycho“. Als Hitchcock Fan hat mir das ausgesprochen gut gefallen. Vielleicht ist der Plot an einigen Stellen noch etwas zu vorhersehbar, aber das tut der Unterhaltung und Spannung nur wenig Abbruch. Hervorzuheben ist außerdem die aufmerksame Trigger-Warnung zu Beginn der Handlung, da einige sensible Themen gezeigt werden.
Bei „Exekution“ mochte ich den Wechsel zu einem komplett anderen Setting. Wann findet man schon mal Horror-Mangas, die im europäischen Mittelalter angesiedelt sind? Davon sollte es definitiv mehr geben. Hier wiederum wurden zumindest leichte Assoziationen zu dem Horrorfilm „Black Death“ in mir geweckt.
Religionskritik und die grausame Absurdität der Hexenverfolgung werden trotz der kurzen Story deutlich und eindringlich dargestellt. Die Vorstellung, wie viele unschuldige Menschen durch diesen Fanatismus den Tod fanden, ist eine sehr greifbare und reale Art von Horror, obwohl schon mehr als 500 Jahre seitdem vergangen sind.
Der gegenüber seinem Umfeld ein ganzes Stück moderner eingestellte Bischof, erkennt und benennt das Verbrechen, welches hier im Namen Gottes verübt werden soll, ist aber nicht mutig und konsequent genug, sich offen und klar gegen die Hinrichtung zu positionieren. Später verfolgt ihn diese Schuld.
Als Ende bekommt man fast schon im wahrsten Sinne des Wortes einen echten Knall präsentiert. Selbiger ist meiner Meinung nach gut gelungen und geht ordentlich unter die Haut. Allerdings hätte ich mir noch einen kleinen, in der Zukunft spielenden Epilog gewünscht, um alles zu einem runden Abschluss zu führen.
Als Bonus gibt es übrigens in der Erstauflage ein interessantes und sympathisches Interview mit dem Mangaka, sowie ein Poster und ein schickes Shikishi zu entdecken.
Fazit
Die beiden Kurzgeschichten in „Mortalis“ bieten ein spannendes und fesselndes Horror-Erlebnis, was mich keine Minute langweilte. Dominik Jell besitzt als Mangaka definitiv Potenzial und ich bin gespannt, seinen weiteren Karriereweg zu verfolgen.
Zu empfehlen ist auch sein Instagram-Account, auf dem man einige coole Werke des Tattoo-Studios begutachten kann. ![]()
Hier geht es zur »Leseprobe von: Mortalis«!
Quelle »CARLSEN«
Wir möchten uns auf diesem Wege herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar und Bildmaterial bedanken.

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