Was passiert wohl, wenn ein Gott einem Menschen temporär eine spezielle Fähigkeit verleiht? Nun, zumindest wird es für den Gott nicht langweilig …
Was unterschiedliche Menschen aus diesen Gaben machen, liest man in „Wie die Götter es wollen“ von Hiroaki Iwaki und Nanashi Uematsu. Erschienen ist dieser Einzelband bei „TOKYOPOP“.
Worum es in „Wie die Götter es wollen“ geht:
Früher feierten die Menschen Feste, vor allem zu ehren verschiedenster Götter. Nach und nach begannen sie dann aber, weitere Feierlichkeiten einfach so für sich abzuhalten: Sportfeste, Vereinsfeiern, Tag-der-offenen-Tür, Abschlussfeiern, usw. Sogar ein Tod ist für die Götter eine Feierlichkeit. Da die Götter Feste lieben, fühlen sie sich auch bei solchen Anlässen eingeladen - auch wenn kein Mensch nach ihnen verlangte. Die Götter sind doch zuvorkommende Gäste: dem Menschen, den sie auserkoren haben, verleihen sie Zeitweise eine Superkraft. Dafür bleiben sie eine Zeit lang an der Seite des Menschen.
Der Manga erzählt mehrere Begegnungen zwischen Menschen und Göttern, sowie was die Menschen aus ihren besonderen Fähigkeiten machen.
Tomomi bekommt etwas die Fähigkeit Fixierung. Sie kann einen beliebigen Menschen, außer sich selbst, ein Gefühl, welches er gerade empfindet, für den Rest seines Lebens spüren lassen. Allerdings ist dies unumkehrbar und sie kann diese Fähigkeit nur einmal einsetzen. Tomomi ist unglücklich in einen Mitschüler verliebt. Trotz eindeutiger Abweisung kann sie ihn nicht vergessen. Da es ihr unmöglich scheint, bei ihm das Gefühl “Liebe” für sie zu erzeugen, beschließt sie, ihn auf andere Art und Weise ewig an sie denken zu lassen. Sie zieht seinen Zorn auf sich und friert das Gefühl ein …
Narihisa bekommt eher eine Aufgabe als eine Fähigkeit: er soll einen Schultag so lang immer wieder durchleben, bis er eine Mitschülerin von Selbstmord abhalten kann. Doch der Nerd schert sich wenig um den immer wiederkehrenden Tod des Mädchens - am nächsten Tag lebt sie ja eh wieder und kann sich an ihren vorherigen Tod nicht erinnern. Freunde hat er eh nicht, aber nun, dank des Geschenk des Gottes, Zeit. Diese nutzt er intensiv: Jahrzehnte verkriecht er sich in seinem Zimmer, spielt alle Videospiele die er je spielen wollte, liest alle Mangas die er je lesen wollte, sieht alle Filme - doch irgendwann ist er damit fertig. Der nächste Band erscheint erst in 2 Wochen und der neue Film, der in einem Monat ins Kino kommt, sieht auch spannend aus. Anscheinend muss er wohl doch mal wieder in die Schule, um das Mädchen von ihrem tödlichen Plan abzuhalten …
Einschätzung:
Der Einzelband „Wie die Götter es wollen“ ist zunächst ein episodischer Manga, deren Kapitel einigermaßen abgeschlossene Geschichten erzählen. Jedoch nehmen die einzelnen Geschichten, die immer einen anderen Menschen in den Fokus stellen, nach und nach mehr Bezug aufeinander. Letztendlich hängen alle enger zusammen, als man anfangs glaubt.
Die Protagonisten sind sehr gut herausgearbeitet - unter anderem, da man alle bei der schwierigen Entscheidung sieht, ihre Kraft einzusetzen. Diese Fähigkeiten haben oft ernsthafte Konsequenzen. Gerade diese moralischen Balanceakte, die die Protagonisten durchlaufen, machen den Manga lesenswert. Teilweise freut man sich mit den Menschen, teilweise ist man aber auch schockiert von ihren Entscheidungen.
Fazit:
Für Fans von „Death Note“, Mystery und moralischen Abgründen ist der Manga definitiv eine Empfehlung. Ein Blick lohnt allemal.
Hier geht es zur »Leseprobe von: Wie die Götter es wollen«!
Quelle »TOKYOPOP«
Wir möchten uns auf diesem Wege herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar und Bildmaterial bedanken.

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