Die Wahrheit hinter Anime-Lizenzen (Kosten, Verträge usw.)

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  • Stefan hat einige interessante Beiträge zum Thema Anime-Lizenzen und Synchronisation aufgestöbert, die ich euch regelmäßig in zusammenfassenden Berichten vorstellen möchte. Los geht’s! :)

    Was genau ist eine Lizenz?

    Eine Lizenz ist ein gewährtes Nutzungsrecht an einem urheberrechtlich geschützten Werk, soviel ist klar. Aber wie läuft das genau bei Animes ab? Darüber wird sich doch sehr bedeckt gehalten und es sickert kaum etwas zu uns Fans durch.

    Welche Lizenzarten gibt es eigentlich?

    Ganz entscheidend ist die Art der Lizenz, es gibt nämlich durchaus Unterschiede zwischen TV-Ausstrahlung (Broadcast-Lizenz), DVD-Veröffentlichung (DVD- Lizenz), Bluray und DVD-Veröffentlichung (Bluray-Lizenz), möglichst konform zur Premiere (Simulcast-Lizenz), online (Streaming-Lizenz) oder Entwicklung von Fanartikeln (Merchandise-Lizenz). Bei TV und Stream gibt es zudem ein einfaches und exklusives Nutzungsrecht. Ersteres lässt mehrere Anbieter zu, bei Zweiterem gibt es nur einen.

    Persönlich fand ich auch die Lizenzart nach Produktgröße interessant. Mit einer Einzellizenz wird gezielt Marktforschung betrieben, welche Produktionen voraussichtlich den größten finanziellen Erfolg bringen. Der Package-Deal ist ein raffinierter Schachzug des Lizenzgebers, einen starken Anime nur in Paket mit einem schwächeren anzubieten, eben als Paket. Ergo: höhere Gebühren und das wirtschaftliche Risiko wird reduziert. Bei einem Volume-Deal wiederum wird vom Interessenten verlangt, einen langfristigen Vertrag abzuschließen, dafür hat er Zugriff auf die gesamte Produktpalette, während er beim Output-Deal einer ganzen Kategorie verpflichtet ist, hier gibt es besonders hohe Kosten.

    Was kostet denn solch eine Lizenz?

    Das doch sehr trockene Vorrechnen erspare ich dir jetzt mal. Konkrete Angaben werden leider vorenthalten. Als Berechnungsgrundlage gilt aber bei Serien allgemein die Laufzeit, bei 30 min. also schätzungsweise 5.000 € bis 25.000 € pro Episode. Da staunt man nicht schlecht.

    Wie wir alle Wissen, liegen Streams und Simulcasts aktuell voll im Trend, sehr zum Leidwesen der Studios. Kodierung, Bildqualität, Videotechniker. Erhebliche Zusatzkosten im Vergleich zum Mastertape, was einfach an die entsprechenden Fernsehsender geschickt werden muss. Auch hier ist inzwischen ein fester Betrag für eine Folge üblich geworden, von 1.000 € bis 2.000 € ist die Rede.

    Zusätzliche Werbung muss sein.

    Ein schwieriges Thema ist der Addblocker. Lässt man diesen aktiviert, bedeutet das natürlich massive finanzielle Einbußen für die Dienste. Mich persönlich nerven Werbeeinblendungen dennoch sehr, sodass ich ganz im Sinne meines Blutdrucks handle, gegen sie vorzugehen. ;)

    Wie kommt man an eine Anime-Lizenz?

    Das Zustandekommen solcher Verträge ist oft recht unterschiedlich und verworren: Direktkontakt, Zwischenhändler, Lizenzmessen usw. Mehr als genug Möglichkeiten, Vertragsverhandlungen zu Beginnen. Meist gibt es längere Verhandlungen, bis man auf einen grünen Kirschblütenzweig kommt. :) Gerade bei DVD’s und Blur-ay’s gilt bei den Japanern oft das “Holding- back”, Lizenzverkäufe werden erstmal verweigert um den eigenen Vertrieb anzukurbeln.

    Warum kommt in Deutschland so wenig auf dem Markt?

    Wer auch schon mal lange auf das Erscheinen in deutschen Gefilden seiner Lieblingsanimes warten musste, hebt bitte jetzt die Hand...sooo viele. Warum überrascht mich das nicht? Rhetorische Frage. ;) Jaja, es gibt doch nichts über ein wenig gepflegte Warterei...

    Leider gibt es auch weiterhin unzählige Produktionen, die es gar nicht erst nach Deutschland schaffen. Ich als großer Shoujo Ai und Yuri Fan, kann ein Lied davon singen, an welchen Stellen das Sortiment aufgefüllt werden müsste. Ursache und Wirkung hierfür: bei uns ist die Kaufkraft wesentlich niedriger als etwa in Frankreich oder den USA, der Markt gibt es also einfach nicht her. Es sind nur wenige Lizenzen refinanzierbar.

    Ich glaube, die meisten von uns würden die Animes, die ihnen am Herzen liegen sehr gern alle käuflich erwerben, wenn’s das Portemonnaie hergeben würde. Da beißt sich die Katze in den eigenen na du weist schon, denn erst wenn es mehr Absatz geben würde, könnten die Preise runtergeschraubt werden. Bei 50 € für eine Serie mit 13 Folgen schnauft man eben ziemlich durch.

    Wer sich das Ganze in längerer Form zur Gemüte führen möchte, hier der Link zum Originalbeitrag von »Japaniac«.

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