Rezensionen / Review zum Dreiteiler - Helden der östlichen Zhou-Zeit

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  • Dass chinesische Mangas, auch Manuha genannt, in Deutschland eher selten vertreten sind, ist jedem von uns bekannt. Dabei gibt es dort auch vielversprechende Erscheinungen. Auf der Leipziger Buchmesse kam nun eine mir neue Eigenschaft hinzu, die Größe. Ich spreche von dem Dreiteiler » Helden der östlichen Zhou-Zeit «, welcher beim Schweizer Verlag » CHINABOOKS.CH « in (und nun halte dich fest) Telefonbuch-Format erschienen ist. Würdest du selbiges daneben platzieren, es gäbe keinen Unterschied. Das nenne ich schwere Kost. Wahnsinn!!!

    Eines ist » Helden der östlichen Zhou-Zeit « mit Sicherheit nicht, ein klassischer Manga so wie wir ihn kennen. Hier findest du keine Monster, Zombies, Typen mit Röntgenblick oder Mädels mit Oberweiten die kaum auf die Buchseite passen. Bei diesem Werk geht es um etwas viel Wichtigeres, um ein ernst zu nehmendes Thema, die Gesichte Chinas, welche auf Grund der Göße des Landes sehr facettenreich war. Genau genommen geht es um die » Zhou-Dynastie (770 v. Chr. bis 256 v. Chr) «, um die Zeit in der China noch aus vielen Kleinstaaten bestand, um die Zeit in der unter anderem der bekannte » Philosoph Konfuzius « lebte.

    Die geschichtlichen Auszüge sind wahre Begebenheiten, welche durch diverse Dokumentationen überliefert wurden. Auch wenn sie überliefert wurden, alles sollte man dennoch nicht blindlings glauben, was der Autor Chen Uen (in Pinyin - Lautumschrift: Zheng Wen) in seinem Mammutwerk erzählt. Darauf weist er selbst im Einleitungstext hin. Der Grund hierfür liegt einfach im Alter der überlieferten Aufzeichnungen. Niemand kann wirklich überprüfen ob auch tatsächlich alles genau so geschehen ist.

    Zwei Geschichten als Beispiele für dich.

    Kapitel 1: Der Weg zum Ruhm Yao Li

    Ein talentierter Krieger, wenn man den Gerüchten glauben darf, bekommt den Auftrag den Prinzen Qingji zu töten. Dieser trachtet nach dem Thron, welcher rechtmäßig ihm gehört. Denn sein Vater war der König Liao. Leider wurde dieser hinterlistig ermordet und der Thron unrechtmäßig von seinem Mörder bestiegen.

    Der Prinz ist ein tapferer, sehr wachsamer junger Mann. Regelmäßig attackieren ihn seine Untergebenen, was der Prinz des Trainings wegen so möchte. Wenn Yao Li seinen Auftrag also erfüllen möchte, dann nur durch eine List. So opfert er seine Frau, lässt sich eine Hand abhacken um sich als geschundener Mann das Vertrauen des Prinzen zu erschleichen. Er ist gut in dem was er tut, geht sehr listig vor und wartet auf die eine Chance.

    Kapitel 2:

    Der Überredungskünstler Zhang Yi

    Der Kanzler von Chu vermisst eine Jadescheibe von unschätzbarem Wert. Jade, so musst du wissen, war in der damaligen Zeit im alten China so wertvoll wie Gold, ja wenn nicht sogar wertvoller als das Edelmetall. Zhang Yi, der aus ärmlichen Verhältnissen stammte, es allerdings durch Fleiß in die Gefolgschaft des Kanzlers geschafft hat, wurde sofort des Diebstahls bezichtigt. Obwohl er seine Unschuld beteuerte, bekam er 100 Schläge. Man schlug ihn quasi krankenhausreif. Beim Kanzler in Ungnade gefallen beschließt er, seiner Heimat den Rücken zu kehren und nach Quin zu reisen. Ein ehrgeiziges Ziel, wenn man bedenkt dass er völlig mittellos ist. Zum Glück greift ihm ein Wegbegleiter selbstlos unter die Arme. Zhang Yi erreicht sein Ziel. Doch das ist noch nicht alles. Sein Wegbegleiter hilft Zhang Yi auch dabei, dass er es in den Beraterstab des Königs von Quin schafft. Eine sehr erfreuliche Entwicklung, wäre da nicht ein schmutziges Geheimnis.

    Diese und viele andere Geschichten warten auf dich in den drei Bänden. Am meisten interessierte mich die Geschichte um den » Philosoph Konfuzius «. Wirklich sehr interessant.

    Interessant ist auch der Zeichenstil, den der Autor angewandt hat. Mal ist er ganz einfach, dann wieder sehr detailreich. Auch wirkt das Ganze oftmals so, als wäre es mit einer Feder gezeichnet. Das gefällt.

    Dieses Werk ist wirklich etwas Besonderes. Das sehe nicht nur ich so. So wurde dieses Werk zum Beispiel mit dem Sonderpreis der japanischen Mangaka-Vereinigung ausgezeichnet. Chen Uen ist somit der einzige taiwanische Comic-Autor der sich auf dem japanischen Markt etablieren konnte. Respekt!

    Bleibt zum Schluss nur noch eine Frage offen. Für wen lohnt sich dieser Meilenstein? Er lohnt sich für jene die das Land China mögen und gerne mehr über den historischen Hintergrund erfahren möchten.

    Abschließend eine kurze » Leseprobe aus dem ersten Band »Helden der östlichen Zhou-Zeit «

    Quelle: » CHINABOOKS.CH «

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