Rezensionen / Review zum Manga Unlucky Young Men

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  • Auch wenn ich aktuell mit meinen Gedanken eher bei der Fertigstellung der neuen Website bin, möchte ich mir die Zeit nehmen und dir den Zweiteiler » Unlucky Young Men « vorstellen. Erschienen ist dieses sehr anspruchsvolle Machwerk bei der » CARLSEN Verlag GmbH «.

    Worum es in » Unlucky Young Men « geht:

    Die Geschichte spielt Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre, in jener Zeit in der zum Beispiel der » Vietnamkrieg « geführt wurde. In einer Zeit, in der alte Werte mit der modernen Welt kollidierten.

    Wie jedes andere Land auch, leidet Japan immer noch an den Nachwirkungen des zweiten Weltkriegs. Auch wenn sich das Land im Aufbau befindet, schon allein die Präsenz der Amerikaner erinnert alle immer wieder daran, dass dieses schreckliche Ereignis noch gar nicht so lange her ist. Während sich die Alten nach wie vor die Wunden lecken, erhebt sich die Jugend um aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Überall an den Universitäten bilden sich kommunistische Vereinigungen, die sich inhaltlich auf Lenin und Mao beziehen. Ihr Ziel: Revolution! Straßenschlachten sind an der Tagesordnung.

    In dieser schweren Zeit lebt N, ein junger Mann der schon vier Morde begangen hat, was allerdings niemanden so wirklich zu stören scheint. Er macht die Bekanntschaft von T, einem Mann, der sich gerne als Regisseur versuchen möchte. Sein Plan ist der Erwerb einer Super-8-Kamera, mit der er den Film » Unlucky Young Men « drehen möchte. Der Dreh des Filmes ist nicht alles, was T so vorschwebt. Vielmehr besteht sein Ziel darin, den Film mit einem Raub zu verknüpfen, der allen Beteiligten 300 Millionen Yen einbringen soll.

    N, der von T in sein Vorhaben eingeweiht wurde, findet die Idee richtig gut. Nicht weil er das Geld haben möchte. Er tut es für seine Freundin Yoko, damit sie endlich aus dem Teufelskreis der Studentenbewegungen ausbrechen kann und weil sie schwer krank ist.

    In einer Zeit, in der alles den Bach runterzugehen scheint, solch ein Ding zu drehen, ob das gut geht? Auf der anderen Seite ist es auch egal ob es klappt oder nicht. Schließlich hat niemand etwas zu verlieren...

    Persönliche Meinung:

    Der Klappentext lässt vermuten, dass es sich bei diesem Werk um eine Art Gangsterstory handeln könnte. Weit gefehlt. » Unlucky Young Men « ist alles andere als dies. Es ist vielmehr eine Art Kombination aus Thriller, Psycho und Kulturgeschehen, was auch das erklärte Ziel des Autors war. So wurde im Vorfeld viel Recherche betrieben. Viele der Personen gab es in abgewandelter Form. Verbrechen, die in der Geschichte behandelt werden, gab es. So zum Beispiel der 300-Millionen-Yen-Raub. Dies alles macht » Unlucky Young Men « zu einer sozialkritischen Publikation, wie ich sie bisher noch nie in dieser Art gelesen habe.

    » Unlucky Young Men « ist wahrlich keine leichte Kost. Ich habe die 368 Seiten über zwei Wochen hinweg gelesen, weil alles so düster und depressiv wirkte. Auf der anderen Seite war diese düstere und depressive Erzählweise, welche von den Bildern hervorragend getragen wurde, genau das was mich faszinierte. Ich wollte wissen wie es weiter geht, obwohl es mich in gewisser Weise anwiderte, wie sich der eine oder andere Protagonist entwickelte. Auch war ich neugierig auf das Japan dieser Zeit. Weit vor der technischen Glitzerwelt, so wie wir das Land der aufgehenden Sonne heute kennen.

    Fazit:

    » Unlucky Young Men « ist ein ganz spezielles Machwerk, das nicht für jedermann geeignet ist. Besonders nicht für Menschen, die sowieso schon an Depressionen leiden. Die ganz spezielle Story, der geschichtliche Hintergrund, die düstere Zeit, die Hoffnungslosigkeit und vor allem die Gleichgültigkeit einiger Protagonisten sind mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Auf der anderen Seite faszinieren genau die zuvor erwähnten Punkte dermaßen, dass man gar nicht anders kann als von der ersten bis zur letzten Seite die Story zu verfolgen.

    Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall!

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