I am Sherlock » Review

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    » Sherlock Holmes «, der weltbekannte Meisterdetektiv aus den Romanen von » Sir Arthur Conan Doyle «. Wer kennt ihn nicht? In den letzten Jahren habe ich diverse Bücher gelesen, Verfilmungen gesehen und besonders die Adaption mit Benedict Cumberbatch genossen. In dieser Review geht es um eine Neuauflage der Geschichte im Hightech-London der nahen Zukunft: » I am Sherlock «, erschienen bei » Carlsen Manga «.


    Worum es in » I am Sherlock « geht


    John Watson ist mit einem verletzten linken Bein aus dem Afghanistan-Krieg zurückgekehrt, wo er als Lazarettarzt tätig war. Seitdem läuft es leider nicht mehr wirklich rund für ihn (Achtung Wortwitz), er gilt als der „größte Versager Londons“, ein Dauersingle, der gnadenlos bei allen Wesen des schöneren Geschlechts abblitzt und zudem durch erfolgloses Glücksspiel kurz vor dem finanziellen Ruin steht.


    Plötzlich wendet sich sein Schicksal: er erhält die persönliche Anfrage eines gewissen Sherlock Holmes, welcher John unbedingt als seinen neuen Mitbewohner in der Baker Street 221B gewinnen möchte und das bei voller Kostenübernahme. Klingt zu schön um wahr zu sein. Ist es auch, denn bei Sherlock handelt es sich um einen Androiden mit extrem hoher Intelligenz und Auffassungsgabe. Er wurde von der Wissenschaftlerin Dr. Emma Stone erschaffen und soll unter den Menschen leben, um sie und ihre Verhaltensmuster akribisch zu analysieren. Aus diesen Daten soll schließlich ein perfekt menschenähnlicher Androide entstehen. John ist das passende Mittel zum Zweck. Von ihm kann der Androide zum Beispiel lernen, was Scheitern heißt.


    Am Anfang ist Watson natürlich mehr als begeistert. Dennoch willigt er ein. Und das auch nur, weil Sherlock ihm das Leben gerettet hat. In alter Manier eröffnen dann beide eine Detektei.


    Einschätzung


    Vielleicht denken viele Fans schon an dieser Stelle der Review genauso wie ich. » I am Sherlock « geht ganz neue, andere Wege als die bisherigen Adaptionen. Das kann man als mutig und innovativ bezeichnen, aber im gleichen Atemzug auch als gewöhnungsbedürftig und schwer zugänglich. Leider überwiegt bei mir Letzteres.


    Wir kennen den Superschnüffler (besonders aus der Cumberbatch-Serie) als schrulligen Soziopathen, der schwer Empathie und Taktgefühl für andere entwickeln kann, aber trotzdem liebenswert bleibt. Seine Schlussfolgerungen beruhten immer auf menschlichen Phänomenen eines Hochbegabten, die uns die Kinnlade runterklappen ließen. Anschließend googelten wir sofort voller Spannung, was denn z.B. ein Gedächtnispalast ist.


    In » I am Sherlock « wird Sherlock entmystifiziert. Er ist eine Maschine, die erschreckend wenig Sympathie weckt, und darauf ausgerichtet, ein fehlfreier Kriminologe und Profiler zu sein. Ähnlich verhält es sich mit den Persönlichkeiten der anderen Hauptfiguren. John Watson mag seine Schwächen haben, aber er verdient es nicht, so zur Lachnummer der Öffentlichkeit deklassiert zu werden. Mrs. Hudson, die Vermieterin der Jungs, wird zu guter Letzt als leichtes Mädchen dargestellt, was gerne freizügige Selfies online stellt und viele Einblicke gewährt.


    Änderungen sind wichtig. Generell habe ich in der richtigen Dosierung kein Problem damit, aber es muss zum Setting passen und hier gehört es meiner Meinung nach überhaupt nicht hin.


    Um nicht alles wie einen kompletten Verriss erscheinen zu lassen: Der Fall an sich im ersten Band von » I am Sherlock « ist spannend inszeniert, mit coolen Ideen und Auflösungen. Das macht Spaß und bringt gute Unterhaltung. Die Story zeigt das Potential dieses Hightech-Londons in der Welt von » Sir Arthur Conan Doyle «. Nette Anspielungen auf dessen Werk lassen sich ebenso finden wie ein stimmiger Zeichenstil und einige gute Gags.


    Fazit


    » I am Sherlock « ist Geschmacksache, nur meinen hat er leider nicht getroffen. Die Neuorientierung der Charaktere, allen voran diese Androide, macht für mich zu viel kaputt. Da reicht auch keine gute Story. So sehr ich mich auch bemühe, ich kann dieses fragwürdige Machwerk einfach nicht gesondert betrachten.


    Ich denke dieses Werk wird polarisieren.


    Leseprobe zu » I am Sherlock «


    Quelle: Carlsen Manga


    Produktdetails
    Titel I am Sherlock
    Genres Krimi, Action
    Autor Naomichi Io
    Einband Taschenbuch
    Altersempfehlung ab 11 Jahre
    Seitenanzahl 208
    Serie I am Sherlock
    Sprache Deutsch
    ISBN 978-3-551-71098-7
    Verlag CARLSEN Verlag GmbH
    Kaufmöglichkeiten amazon / Thalia / CARLSEN Verlag GmbH


    Wir möchten uns auf diesem Wege herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar und Bildmaterial bedanken.

    Positive

    • schöne Anspielungen für Fans
    • versetzt den Ermittler mutig in ein Sci-Fi-London

    Negative

    • auch andere Änderungen an den Charakteren stören extrem
    • Der Geist des Originalwerks wird verfälscht.
    • misslungene Idee eines Sherlock Androiden

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Comments on the review 6

  • wow, kann es eigentlich sein dass dies (von der Punktzahl her) eine der schlechtesten Reviews der Seite ist?

    Du musst ja echt mega enttäuscht sein.


    Vom Cover her hatte es auf mich schonmal ganz interessant gewirkt, bin am überlegen ob ich ihm mal ne Chance gebe. Keine Ahnung ob ich’s getrennt von der Vorlage bewerten könnte.

    Das mit Mrs.Hudson ist schon etwas ... ungewöhnlich ^^‘

    • „Sherlock wird entmystifiziert.“

      Diese Kritik wiegt für mich persönlich am Schwersten.

      Hab‘s trotzdem noch als befriedigend bewertet, weil er wie gesagt polarisieren und Geschmacksache sein kann. Ohne diese Perspektive wäre es eine 4 geworden.

      Und nicht nur Mrs. Hudson, alle wichtigen Charaktere wurden in ihrer Persönlichkeit seltsam verfälscht.


      Du kannst den Manga sehr gerne zum Lesen bekommen. ;-)

    • Die ehrliche Meinung ist gefragt, welche hier gut wiedergegeben wurde.

    • Danke dir. Habe ja bewusst angegeben, dass er Geschmacksache ist und polarisieren könnte. Daraus kann sich dann jeder seine Meinung bilden, ob man mit mir d’accord geht oder nicht. :-)

    • Is ja auch vollkommen richtig, wenn dus Käse findest is auch sinnfrei zu Schreiben es wäre das beste seit Erfindung der Tiefkühlpizza.

    • Hä? Aber auf einer Pizza würde ich sehr gerne Käse finden, versteh‘ ich nicht. xD