Berge des Wahnsinns - Illustriert und kommentiert » Review

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    Die illustrierte und kommentierte Auflage des schaurigen Cthulhu-Mythos Werks » Berge des Wahnsinns « ist ein Grund für Fans des anspruchsvollen Horrors aufzuhorchen.


    Diese atmosphärische Horrorgeschichte, verfasst von Howard Phillips Lovecraft gehört zu den bekanntesten Werken des Amerikaners.


    Worum es in » Berge des Wahnsinns « geht:


    Der Geologe William Dyer leitet eine Expedition in die Antarktis. Das Grauen, dass er und die anderen Forscher dort auffinden, führt Dyer dazu einen Bericht zu verfassen, der weitere Expeditionen in die Antarktis verhindern soll. Man liest hier Dyers Bericht, indem er geheime Informationen zu seiner Expedition verrät und argumentativ zeigt, warum eine erneute Expedition fatale Folgen für die Menschheit haben könnte.


    Einschätzung:


    Dieser Umriss hört sich irgendwie klinisch und objektiv an, anstatt markerschütternd und brutal? Nun, das liegt daran dass es zum Großteil auch so ist.


    Die Furcht liest man hier zwischen den Zeilen und der Grusel bleibt, bis auf wenige Stellen, erstaunlich subtil. Wer hier eine Achterbahnfahrt aus Angstschweiß, Blut und Ekel erwartet, der wird hier enttäuscht, denn das ist nicht Lovecrafts Stil.


    William Dyer spricht in einem Brief zu uns und bleibt auch stets ein wissenschaftlicher Beobachter, zu dem der Leser nie eine persönliche Beziehung aufbauen kann. Man hat immer eine gewisse Distanz zu den Charakteren, was dazu führt dass das Buch nicht wirklich emotional sondern eher ein schauriger und informativer Bericht ist.


    Was dieses Buch so spannend macht sind nicht die Charaktere, sondern die fremde und zugleich vertraute Welt in der irgendetwas schief läuft. Die Beschreibungen der Welt sind unheilvoll und jagen einem Schauer über den Rücken. Sehr spannende, klaustrophobische Passagen wechseln sich mit Erkenntnissen der Charaktere ab. Das ist sowohl faszinierend als auch hin und wieder etwas langwierig.


    Die Illustrationen des Buches sind wunderschön und helfen beim visualisieren von Kreaturen und Gegenständen sehr. Sie bringen auch einen willkommenen und dynamischen Wechsel zwischen den Seiten. Sie sind das stärkste Verkaufsargument für die Version des » Festa verlags «.


    Diese Geschichte wurde 1936 zuerst veröffentlicht und ich habe beim Lesen bemerkt, wie sehr sich die Literatur seitdem verändert hat. Sowohl der heutige Horror als auch die meisten anderen Genres sind sehr nah an den Charakteren und voller Konflikte und spannenden Ereignissen; sie balgen regelrecht um unsere Aufmerksamkeit. Nicht so in Lovecrafts Werken. Sein Ausschweifender und komplexer Schreibstil ist heutzutage berüchtigt und diesen findet man auch in diesem Buch wieder. » Berge des Wahnsinns « ist so komplett anders als die Geschichten die wir heute kennen, dass ich mich frage, ob die heutige Gesellschaft diesen Roman überhaupt noch verstehen und schätzen kann.


    Fazit:


    Dieses Buch ist auf eine sehr spezielle Zielgruppe zugeschnitten. Der Wissenschaftliche und nicht Charakter fokussierte Stil macht es schwer diesen Roman für jeden zu empfehlen und der komplizierte Schreibstil kann auch abschrecken. Wenn man sich jedoch darauf einlässt, erfährt man eine zum nachdenken anregende Geschichte die einen in seine komisch abstrakte Welt entführt und einen mit den Kosmischen Schrecken des Cthulhu-Mythos konfrontiert. Traut ihr euch mal etwas ganz anderes zu lesen?


    Produktdetails
    Titel Berge des Wahnsinns
    Genres Horror
    Autor H. P. Lovecraft
    Einband gebundene Ausgabe
    Altersempfehlung 16
    Seitenanzahl 256
    Serie Nein
    Sprache Deutsch
    ISBN 978-3-86552-422-5
    Verlag Festa Verlag
    Kaufmöglichkeiten amazon / Thalia / Festa Verlag


    Wir möchten uns auf diesem Wege nochmals herzlich beim Verlag für das Bildmaterial bedanken.

    Positiv

    • Illustrationen und Kommentar untermalen die Erzählung
    • kein Vorwissen über den Cthulhu-mythos erforderlich
    • kryptische, gedankenanregende Beschreibungen
    • schaurige Atmosphäre

    Negativ

    • Keine Nähe zu Charakteren
    • Vokabular komplex und altertümlich
    • wenig spannender Anfang

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