Leipziger Buchmesse 2019 » Einschätzung

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    Eine der Conventions in Deutschland ist die » Manga-Comic-Con« , die alljährlich im Frühjahr im Rahmen der » Leipziger Buchmesse « stattfindet, so wie auch dieses Jahr vom 21.-24.3.19.


    Da ich bisher nur Bilder der Con gesehen und Berichte darüber gehört hatte, wollte ich sie mir dieses Jahr unbedingt selbst einmal ansehen. Also ging es am Samstag für mich mit noch 3 Leuten mit dem Zug zur Con. Beim Aussteigen aus der vollen S-Bahn fielen schon die Menschenmassen auf, die Richtung Messegelände liefen. Vor dem Eingang wiederholte eine Frau per Megafon immer wieder, wo man als Vorbesteller rein käme und wo sich die Tageskasse befände. Als Vorbesteller durfte man das Gelände nach kurzer Taschenkontrolle kurz nach 11Uhr auch recht schnell betreten.


    Das erste Ziel war der Bring-and-Buy. Eine Freundin wollte dort ein paar Dinge anbieten. Im Hinblick auf die Menschenmassen beschlossen wir, durch den Eingang die Halle zu betreten der dem Stand am nächsten war. Trotzdem brauchten wir auch mit Lageplan einige Zeit ihn zu finden, da er nicht allzu groß und auch nicht allzu deutlich ausgeschildert war. Ich fand den Bring-and-Buy-Stand für so eine große Con schon sehr klein. Für Verkauf und Annahme war ein Mitarbeiter zuständig und wenn man etwas verkaufen wollte musste man sehr lange warten bis die Mitarbeiter Waren und Liste entgegen nahmen.


    Danach wollten wir uns einen Überblick über die Stände in Halle 1 verschaffen, wobei wir unsere Laufrichtung nicht immer frei bestimmen konnten. Man wurde von den Massen einfach die Gänge lang geschoben. Unter diesen Umständen als 4er-Gruppe zusammen zu bleiben war schon nicht einfach. Nachdem man sich den einen oder anderen Stand mal flüchtig angesehen und die Nase voll von dem Herumgeschiebe hatte, lag der Beschluss nahe sich erstmal die anderen Hallen der LBM anzusehen, wo zum Glück etwas weniger Menschen waren. Die Stände der verschiedenen Verlage und Aussteller konnte man sich so recht entspannt ansehen, wenn man nicht gerade an einer langen Schlange von anstehenden Menschen vorbei musste (einige Signierstunden waren zu gut besucht, eine Freundin stand bei einem recht unbekannten Autor schon 3 Stunden an) oder von schon regelrecht nervigen Zeitungsabo-Verkäufern angesprochen wurde.


    In den Innenhöfen des Messegeländes war es noch etwas ruhiger als in den Hallen, sodass man sich dort auch mal setzen und etwas ausruhen konnte. Wollte man nun aber auf die Toilette hieß es meist wieder recht lange anstehen, trotzt der zusätzlich aufgestellten Toilettencontainer. Hatte man Hunger oder Durst musste man, wie leider auf Messen schon fast üblich, recht tief in die Tasche greifen.


    Später am Nachmittag besuchten wir erneut Halle 1, also die MCC, wo nun immerhin etwas weniger Leute waren und man sich so die Stände doch mal in Ruhe ansehen konnte. Vor allem die Künstlerstände waren sehr liebevoll gestaltet. Einige Zeichner ließen sich gerne bei der Arbeit über die Schulter schauen und erzählten etwas zu ihrer Technik, was mich sehr interessierte. Allerdings hingen einige Künstler und deren Helfer auch schon k.o. in der Ecke, was nach dem stressigen Tag auch nicht verwunderlich war. Neben den vielen sehr talentierten Künstlern fielen leider auch deren teils sehr happigen Preise auf. Natürlich sind die Standgebühren auf einer Veranstaltung wie der LBM recht hoch, aber dafür versuchten einige diese Mehrkosten auf den Kunden umzulegen, wodurch Preise wie 10 € für einen Anhänger zustande kamen.


    Die Stände großer Händler waren auch nicht viel besser. Vieles kam einem doch sehr teuer vor. So zum Beispiel 10 € für eine Tüte japanische Kitkat. Wenn es günstig Ware gab, dann hatte dies oft einen Haken. So bot ein Stand z.B. Uhren an, hatte diese aber ohne Polsterung oder anderen Schutz einfach an einem Haken als Bündel hängen. Leider gab es auch einige Stände bei denen die Waren eher hingeklatscht wirkten und die Verkäufer eher wie Marktschreier als wie seriöse Händler auftraten. Aber es ist ja überall so, dass es solche und solche gibt.


    Wir verbrachten die Zeit bis zur Schließung der Messe in Halle 1 und traten danach den Heimweg mit völlig überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln an. Wobei überfüllt diesmal bedeutete, dass die Leute am S-Bahnhof die Treppen runter anstanden um einen Zug nehmen zu können und der Straßenbahn vor uns ein Wagen wegen Überlastung kaputt ging. Auch wenn offenbar schon verstärkt gefahren wurde, wären hier ein paar mehr Sonderbahnen/Züge wünschenswert gewesen.


    Fazit:


    Rückwirkend betrachtet war die LBM eine schöne Veranstaltung.

    Positive

    • Künstler waren zu Gesprächen bereit
    • Viele Cosplayer
    • Viele Künstler-und Händlerstände, 3 Bühnen, viele Workshops, große Vielfalt

    Negative

    • Hohe Preise
    • Viel zu viele Menschen bzw Messe war auf großen, aber nicht so großen Ansturm eingerichtet

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