Aggretsuko » Review

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    Es ist sehr wahrscheinlich, dass beim Firmennamen » Sanrio « bei manchen etwas klingelt, schließlich kommt aus diesem Hause das berühmte » Hello Kitty « - Franchise. Der Anime, den ich unlängst als » Netflix « Original entdeckte, ist ebenfalls in diesem schlichten, niedlichen Zeichenstil gehalten - wer aber weiße Kätzchen und Schleifchen erwartet, der irrt gewaltig.


    Nachdem mich der knuffige Stil eine Zeit lang auf Abstand gehalten hatte, gab ich » Aggretsuko « eine Chance und siehe da, ich habe es nicht bereut.


    Worum es bei » Aggretsuko « geht:


    Retsuko, ein roter Panda im besten Alter, bekommt einen Posten als Büroangestellte in einer Handelsfirma. Vielleicht nicht ihr Traumjob, aber sie geht zunächst hoch motiviert ans Werk. Jedoch nach fünf Jahren im Unternehmen merkt man deutlich, dass sie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stößt. So ist zum Beispiel eine ihrer Vorgesetzten, im wahrsten Sinne eine fiese Schlange, nie darum verlegen ihr übermäßig viel zusätzliche Arbeit aufzuhalsen und absichtlich Situationen herbei zu führen von denen sie denkt, dass sie » Aggretsuko « zum Scheitern bringen.


    Schlimmer ist wohl nur ihr Boss Direktor Ton, buchstäblich ein chauvinistisches Schwein. Nicht nur dass er selbst fast ständig den Golfschläger schwingt statt zu arbeiten, zudem behandelt er Retsuko wie seine persönliche Bedienstete, regt sich wegen Lappalien auf und lässt sie ständig durch hämische Bemerkungen spüren, wozu Frauen seiner Meinung nach bestenfalls taugen... zum Tee kochen zum Beispiel, und selbst das könne sie nicht richtig.


    Verständlich dass sich bei ihr Unmengen an Frust und anderen negativen Gefühlen aufstauen, für die es eines Ventils bedarf. Und so ein Ventil hat Retsuko tatsächlich, doch das ist ein gut gehütetes Geheimnis. Niemand darf es wissen, nicht mal ihre besten Freunde. Niemand darf sie kennen, ihre große Leidenschaft: Singen... und zwar Death Metal!


    Meine Meinung:


    » Aggretsuko « ist definitiv wie kein Anime, den ich zuvor schonmal gesehen habe. So ziemlich jeder Charakter bleibt einem durch irgendetwas besonderes im Gedächtnis, sei es der übersinnliche Yoga-Lehrer mit dem schmalen Vokabular oder das tratschende Nilpferd das auf geradezu beängstigende Weise Klatsch und Tratsch verbreitet. Meine persönlichen Lieblinge allerdings sind Retsukos zwei besten Freunde und Arbeitskollegen, der Rocker Haida, eine Hyäne die mehr oder minder heimlich in Retsuko verschossen ist, und Fenneko, eine Füchsin die alles mögliche über Leute heraus bekommt wenn sie will.


    Eine meiner Lieblingsszenen war ein musikalisches Battle zwischen Ton und Retsuko bei einem Firmenumtrunk, eine Nacht die man so schnell nicht vergessen dürfte... zumindest in der Theorie. Während der gesamten ersten Staffel (und dem Weihnachts-Special) habe ich mich bestens amüsiert und auch die Spuren von Gesellschaftskritik sehr genossen.


    Fazit:


    Wenn auch vielleicht nicht jedermanns Sache, so weiß »Aggretsuko« mit viel Humor und einprägsamen Charakteren zu überzeugen. Die einzelnen Folgen sind recht kurz, was es erleichtern dürfte mal einen Blick zu riskieren.


    Trailer zur Serie:



    Wir möchten uns auf diesem Wege herzlich beim Publisher für das Bildmaterial bedanken.

    Positive

    • Einprägsame Charaktere
    • Metal!
    • Viel Humor in diversen Lebenslagen

    Negative

    • Zeichenstil und Animationen simpel, wohl nicht jedermanns Geschmack

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