HAL » Review

  • grafik_hal.jpg

    Schulen sind leider nicht immer nur ein friedlicher Ort zum Lernen und Freundschaften schließen, sondern oft spielt auch Leistungsdruck oder Mobbing eine Rolle. Um diese Schattenseiten des Schülerdaseins drehen sich die vier Kurzgeschichten "HAL", “The Rainbow of Seven Years After”, “Leb wohl, Engel!” und “Blaue Flügel” in Aoi Makinos Einzelband » HAL «. Erschienen ist dieser anspruchsvolle Manga bei » TOKYOPOP «.


    Worum es in » HAL « geht.


    In der Titelgeschichte “Hal” geht es um die einstmals klassenbeste, vierzehnjährige Shizuku Miyazuki, die am Aushang der Ranglisten feststellt, das sie von Yuki Abe, die erst seit kurzem an der Schule ist, überholt wurde. Shizuku lässt sich ihren Ärger darüber aber zunächst nicht vor ihren Mitschülern anmerken. Als sie zuhause frustriert ihre Schultasche in die Ecke wirft, erscheint in ihrem Zimmer Hal, der sich als Todesgott vorstellt und ihr anbietet, drei Lebewesen nicht nur zu töten, sondern auch die mit ihnen verbundenen Erinnerungen vollständig auszulöschen. Sie will ihm zunächst nicht glauben und testet seine Kraft an einer Kakalake, die Hal wie versprochen auslöscht. Shizuku glaubt ihm nun zwar, meint aber, seine Kräfte nicht noch einmal in Anspruch nehmen zu müssen. Aber als Yuki Shizuku in immer mehr Bereichen übertrumpft und schließlich sogar die Misswahl gewinnt, ist der angestaute Ärger bei Shizuku so groß, das sie den Todesgott bittet, ihre Rivalin auszulöschen. Sie glaubt, nun wieder die Klassenbeste zu sein, muss beim Blick auf die nächsten Testergebnisse aber feststellen, das sie, während sie nur auf Yuki fixiert war, von einigen anderen Mitschülern überholt wurde. Verzweifelt erkennt sie ihren Fehler, aber einen einmal ausgelöschten Menschen kann man nicht wieder zurück bringen - oder doch?


    Das Thema Mobbing spricht unter anderem die Geschichte “Leb wohl, Engel!” an, die von der Schülerin Mona Amane berichtet, die im “Kastensystem” ihrer Schule einen steilen Abstieg hinter sich hat. Vor ein paar Wochen war sie noch der Star der Schule, jetzt will aber niemand mehr etwas mit ihr zu tun haben. Um in der Mittagspause etwas Ruhe zu haben, zieht sie sich zum Klavierspielen in den Musikraum zurück, wo sie Chihaya trifft, einer der beliebtesten Schüler, der ihr helfen will. Während so Mona mehr und mehr wieder von ihrem Mitschülern beachtet wird, befindet sich Chihaya nun auf einmal in der untersten “Kaste” und wird von allen ignoriert. Ob die beidem dem Teufelskreis dieses Systems entkommen können?


    Einschätzung:


    Aoi Makino beschreibt in ihren Kurzgeschichten die Schattenseiten des Schülerlebens, sei es der übersteigerte Ehrgeiz von Shizuku in “Hal” oder das Mobbing an der Schule von “Leb wohl, Engel!”, wobei ihre Geschichten sich keinesfalls wie Moralapelle, sondern eher wie ganz normale Schulgeschichten lesen, die zwischen den Zeilen versteckte Kritik enthalten.


    Bemerkenswert am Zeichenstil der Autorin ist bei “Hal” wie bei allen ihren Werken die detailierte, durchdachte Mimik ihrer Figuren, die ihre Geschichten sehr emotional wirken lassen und den Charaktären tiefe verleiht.


    Wer spannende Kurzgeschichten, einen feinen Zeichenstil, kritische Schulstorys oder generell Werke von Aoi Makino mag, sollte Hal unbedingt einmal lesen.


    Produktdetails
    Titel HAL
    Genres Mystery
    Autor Aoi Makino
    Einband Taschenbuch
    Altersempfehlung ab 13 Jahre
    Seitenanzahl 176
    Serie Einzelband
    Sprache Deutsch
    ISBN 978-3-8420-0178-7
    Verlag TOKYOPOP
    Kaufmöglichkeiten amazon / Thalia / TOKYOPOP


    Wir möchten uns auf diesem Wege herzlich beim Verlag für das Bildmaterial bedanken.

    Positiv

    • Trotzt des ernsten Themas lesen sich die Geschichten gut
    • Zum nachdenken anregende Geschichten

    Negativ

    • Manche Geschichten hätten ausführlicher eventuell besser gewirkt

Teilen